Versprochen ist versprochen und deshalb lernt Ihr jetzt gerade noch rechtzeitig am letzten Junitag das zweite Solarthermie-Projekt unseres „Handwerker des Monats Juni 2015“, Diplom-Ingenieur Jürgen Bleher, kennen. Das erste findet ihr hier. Jürgen Bleher ist Geschäftsführer der Bleher Haustechnik GmbH in Salgen-Pfaffenhausen – er leitet das Unternehmen bereits in dritter Generation. Eins seiner Lieblingsprojekte ist das des TSV Pfaffenhausen.

Vorher: Ölheizung mit Boiler

Der TSV Pfaffenhausen wolte 2009 Stromkosten und Heizölkosten sparen. Mit dem alten Ölkessel (50 kW) und dem 800-Liter-Boiler verbrauchte der Verein 4.000 Liter Heizöl. Bei einem Preis von 0,95 Euro pro Liter kam da eine ordentliche Summe zustande: 3.800 Euro.

Im Gespräch mit Dirk Staiger, Geschäftsführer des TFG e.V., begründet der Vorsitzende des TSV, Thomas Leinauer, den Wunsch nach Kostensenkung so: „Wir wollten von den hohen Unterhaltskosten für Strom und Öl etwas einsparen.
Ein Verein muss immer schauen, wo das Geld hingeht. Gerade bei den stark steigenden Ölpreisen war das nicht mehr zu kalkulieren.“

Der Verein wünschte sich demnach eine technologische Kombi aus Photovoltaik zur Stromerzeugung, um konstante Einnahmen für den Verein zu generieren, und Solarthermie zur Warmwasserbereitung. Wobei die Dachfläche der Vereinsgebäude das Limit setzte. Nachdem man sich Angebote/Konzepte verschiedener lokal ansässiger Handwerker angeschaut hatte,fiel die Entscheidung zugunsten des Angebots der Bleher Haustechnik GmbH, dem Familienbetrieb unseres Handwerkers des Monats Juni 2015, Jürgen Bleher.

Leinauer begründet die Entscheidung so: „Uns hat das Konzept einfach überzeugt. Durch den Vakuumröhrenkollektor konnten wir – im Gegensatz zu den Flachkollektoren der anderen Anbieter – erheblich an Platz sparen.
Der Preis war hervorragend, weil wir bei dem System unseren alten Boiler als Solarspeicher weiterverwenden konnten.“

Nachher: Ölheizung mit Boiler und Solarthermie-Anlage

Der TSV Pfaffenhausen bekam neben einer Photovoltaik-Anlage auch eine Solarthermie-Anlage („Heißwassersolar Aqua XL, 3 x CPC 45“) auf die Dächer von Sportheim und Stockschützenhaus. Ölkessel und Boiler wurden weiterhin genutzt. Die Solarthermie-Anlage montierten Jürgen Bleher und sein Team auf das Vordach des Sportheims: 15 Quadratmeter Kollektorfläche sollten dafür sorgen, dass die 20 bis 25 Prozent an Kostenersparnis auch tatsächlich erfüllt werden.

Thomas Leinauer zieht nach den ersten Jahren Betrieb folgendes Fazit: „Unsere Erwartungen sind eigentlich übertroffen worden. Wir hatten mit einer Einsparung von 20 bis maximal 25 Prozent gerechnet. Jetzt sind es in den ersten Jahren
mindestens 38 Prozent.

Wir schalten den Ölkessel bewusst im April aus und erst wieder im Oktober
ein. Auch wenn zwei Spiele nacheinander stattfinden, musste noch nie einer kalt duschen. Wir hörten da von Vereinen, die andere Konzepte mit Flachkollektoren haben ganz andere Geschichten … (lacht).

Das tolle an der Anlage ist auch, dass wir den Überschuss oder die Wintersonne ganz einfach für die Raumheizung verwenden können. Das spart uns zusätzlich noch Heizöl ein.

Auf Staigers Nachfrage, ob tatsächlich alle Spieler von zwei Spielen mit Warmwasser duschen könnten – immerhin 44 Personen – antwortet Jürgen Bleher: „Das geht. Durch die geniale Regelung bei unserem Heißwasserkollektor werden
nur hohe Temperaturen geerntet und – dank dem Verzicht auf Frostschutzmittel – ohne Wärmetauscher im Speicher oben abgelegt. Genau da, wo es benötigt wird. In den 90 Minuten bis zum Ende des nächsten Spieles ist der Speicher dann schon fast wieder aufgeladen. Die vorgemischten 40 Grad reichen dann auch für ausgiebige Warmduscher.“

Kosten-Vergleich vorher – nachher: Aus 3.800 Euro Heizkosten wurden 2.470 Euro

Vor der Neuinstallation schlugen die Heizkosten des Vereins mit rund 3.800 Euro für 4.000 Liter Heizöl zu Buche (Ölpreis: 0,95 Euro pro Liter). Danach sank der Jahresverbrauch auf 2.600 Liter Öl – die nur noch 2.470 Euro kosteten. Die Ersparnis betrug satte 38 Prozent!

Alle technischen Details des Solarthermie-Projekts im Überblick:

Projekt 2 des Monats Juni 2015 - TSV Pfaffenhausen

Anlagengröße:15 m2 (3 x 4,94 m2)Zusatzinfo: installiert auf dem Vordach des Sportheims des TSV
Kollektor:CPC 45 Solar 3x15 x 604 kWh/a nach Solar Keymark Datenblatt
Ausrichtung:k.A.
Pufferspeicher:Boiler des Ölkessels dient als Solarspeicher
Fassungsvermögen: 800 Liter
Zusatzheizung:Ölkessel 50 kW (Bestand)Verbrauch jetzt: 2.600 Liter p.a.
Alte Heizung:Ölkessel 50 kW, BoilerVerbrauch vorher: 4000 Liter Öl p.a.
Trinkwassererwärmung:ja/nein
Heizungsunterstützung:ja
Beheizte Fläche:k.A.Baujahr der Anlage: 2009
Primärenergiebedarf :k.A.Davon für Heizung/Trinkwasser: k.A.
Solarer Deckungsgrad:k.A.k.A.
Ertrag/Jahr:Tatsächlich: k.A.Errechnet: 9.060 kWh/Jahr
Ausführender Betrieb:
Bleher Haustechnik GmbH Salgen-PfaffenhausenInterview mit Jürgen Bleher
Wir veröffentlichen monatlich zwei Anlagen unserer "Handwerker des Monats". Das ist das Projekt 2 des Handwerkers des Monats Juni 2015, Dipl.-Ing. Jürgen Bleher: TSV Pfaffenhausen.
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Wenn Sie glauben, dass Sie wie Herr Bleher glühender Kämpfer für die Wärmewende und noch dazu Paradigma Partner sind, schreiben Sie ein kurzes Mail an office@nullecoquent-positions.com in dem Sie in ein paar Sätzen beschreiben, was Sie antreibt und warum sie so gerne Solaranlagen bauen. Bitte schreiben Sie auch Ihre zwei Lieblingsprojekte dazu. Wir schauen uns das gemeinsam mit dem Gebietsmanager an und melden uns.

Fotos: