Nach dem Verbot für neue Erdgas- und Ölheizungen in Dänemark forderte nun auch der Dachverband Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ), unter anderem, ein Installationsverbot für Ölheizungen ab 2015. Nach dem Cornelia darüber berichtet hatte, widmete Andreas Kühl von Energynet diesem Thema ebenfalls einen Beitrag und führte gleich alternative Lösungsmöglichkeiten auf. Großbritannien hat nämlich nicht nur die Einspeisetarife für Solare Wärme angehoben, sondern auch die Förderungen für Solarthermie im privaten Bereich verdoppelt.

Dazu habe ich mich wieder durch die englischen Seiten gewühlt, was schon im Deutschen eine aufwändige Arbeit wäre, hat mir das englische Material nicht gerade leichter gemacht. 

Einspeisevergütung für private Haushalte

Eigentlich bekämen britische Privathaushalte ebenfalls ab Sommer 2013 eine Einspeisevergütung für erneuerbare Wärme. So, wie es für Unternehmen und Kommunen mit großen Anlagen nach dem Renewable Heat Incentive (RHI) bereits geschieht. Doch die Einführung von Einspeisetarifen in Privathaushalten, die laut Plan für Phase 2 des RHI vorgesehen war, wurde abermals verschoben. Sie soll nun erst im Sommer 2014 starten. Die Konditionen hierfür sehen allerdings etwas anders aus, als die aktuelle Einspeisetarife für die „Großen“ und die Laufzeit betrüge bei den Einspeisetarifen auch nur 7 Jahre :

Voraussichtliche Einspeisetarife für Privathaushalte nach dem RHI Domestic

Renewable Heat Incentive
Domestic
RHI Einspeisetarife
pence/kWh - (Eurocent)
Dauer in Jahren
Erdwärmepumpen12,5 - 17,3 (14,62 - 20,24)7
Luftwärmepumpen6,9 - 11,5 (8,07 - 13,45)7
Solarthermie17,3 (20,24)7
Biomasse5,2 - 8,7 (6,08 - 10,18)7
Quelle:
Wechselkurs:
http://www.icax.co.uk/RHI_Domestic.html
0,8549
Abfrage: 4. Juni 2013

Ob das dann dann auch wirklich so umgesetzt wird oder wieder vertagt und/oder konditionell verändert wird, steht auf einem anderen Blatt.

Aktuelle Förderung für Solarthermie verdoppelt

Für private Haushalte und Vermieter gilt bis Sommer 2014 deshalb weiterhin das Renewable Heat Premium Payment (RHPP), die britische Förderung für erneuerbare Wärme im Privatbereich. Das RHPP wurde ursprünglich für private Haushalte konzipiert, die nicht an das öffentliche Gasnetz angeschlossen sind und sollte durch die 2. Phase des RHI abgelöst werden. Um den privaten Haushalten gerecht zu werden, hat das britische Ministerium für Energie und Klimawandel, Department of Energy & Climat (DECC), die Förderkonditionen deutlich verbessert. Für die Errichtung von Solarthermie-Anlagen gibt es demnach seit 1. April 2013 den doppelten Förderbetrag. Hierbei soll es sich um einen einmaligen Zuschuss handeln:

  • Dieser wurde von 300 auf 600 Pfund (702 Euro, Stand: 4. Juni 2013) angehoben.

Laut DECC möchte man die Bürger durch das RHPP bestärken, auf erneuerbare Wärme zu setzen. Von einer verbesserten Förderung betroffen sind außerdem:

  • Luft-Wärmepumpen
  • Erdwärmepumpen
  • Biomassekessel

Bessere Förderung – strengere Bedingungen

In diesem Rahmen wurden aber nicht nur die Förderungen verbessert, sondern auch eine vorhergehende Energieberatung zur Pflicht.

Britischer Solarverband hat dafür gekämpft!

Wie ich in einem Bericht von Solarserver.de und SonneWindWaerme.de lese, muss der britische Solarverband, Solar Trade Association, für die neuen Solarförderungen gekämpft haben, wie ein Löwe. Dort ist die Rede von einer Twitter-Aktion mit eigenem Hashtag: #tweetforheat, von Social-Media-Aktivitäten und sogar von der Geburt eines Blogs. In einem Brief habe der Solar-Branchenverband sich sogar an das Energieministerium gewandt und um eine Erhöhung der Zuschüsse gebeten. Großes Engagement!

Quellen und Links zum Nach- und Weiterlesen:

 

Bild: Claudia J. Gasmi