Nachdem Cornelia vom geforderten Öl-Heizungsverbot ab 2015 in Österreich berichtet hatte, tanzte mal wieder der Energiebär auf dem Medientisch. Ähnlich, wie schon beim Artikel über das Öl- und Gas-Heizungsverbot in Dänemark, halt ein Thema, das bewegt! Wir wollen alle, dass Wärme bezahlbar bleibt und das am besten auf umweltfreundlicher Basis.

Braucht es dazu Verbote?

Diese Frage stellte sich wohl auch Andreas Kühl von Energynet.de und präsentierte mit seinem Artikel zum Thema auch gleich ein gutes Beispiel: Großbritannien. Nicht nur, dass man hier die Förderungen für Solarthermie für private Haushalte, die nicht an das öffentliche Gasnetz angeschlossen sind, verdoppelt. – Das ist auf jeden Fall auch einen genaueren Blick wert, dazu berichten wir dann noch gesondert. – Die britischen Unternehmen und Kommunen mit Großanlagen, bekommen für die Netzeinspeisung erneuerbarer Wärme nämlich Einspeisevergütungen. Basis hierfür ist das Förderprogramm: „Renewable Heat Incentive (RHI)„.

Ich habe mir das im Original, also in Englischer Sprache, einmal näher angeschaut und hoffe, alles richtig verstanden zu haben. Gar nicht so einfach da durchzublicken.

Das Renewable Heat Incentive (RHI)?

Renewable Heat Incentive (RHI) würde ich mit „Anreizprogramm für erneuerbare Wärme“ übersetzen. Es ist also die britische Förderung für erneuerbare Wärme. Hinsichtlich seiner zeitlichen und finanziellen Förderweise, sogar das weltweit erste Programm, dieser Art. Es wurde im Jahre 2011 als Nachfolger für das „ Low Carbon Building Programme“ (2006 – 2011) eingeführt. Es regelt die Vergütung für eingespeiste Wärme und Warmwasser, in einem Wort: Einspeisevergütung. Diese gliedert sich wiederum in Einspeisetarife. Die einzelnen Tarife richten sich in unterschiedlicher Höhe an die genutzten Technologien:

  • Solarthermie
  • Erdwärmepumpen
  • Wasser-Wärmepumpen
  • Biomassekessel
  • Biomethan

Aussicht und Entwicklung des RHI

Die Umsetzung des RHI erfolgt in verschiedenen Phasen. In der ersten Phase werden dabei nur Anlagen aus dem nicht-privaten Bereich berücksichtigt. In der zweiten Phase werden dann auch private Projekte ertragsbezogen gefördert. Der Start der zweiten Phase wurde eigentlich für Oktober 2012 vorgesehen, jedoch bereits mehrfach verschoben. Angestrebter Start ist jetzt Sommer 2014. Für diese zweite Phase wird die Liste der förderfähigen Technologien außerdem erweitert, sodass zukünftig auch Wärme aus Luft-Wärme-Pumpen begünstigt ist.

Einspeisetarife und Laufzeit

Seit 1. April 2013 gelten hier neue Einspeisetarife. Solarthermie kommt dabei am besten weg, mit:

  • 9,2 pc/kWh für Solarwärme – Die Laufzeit ist auf 20 Jahre festgesetzt (ca. 10,8 ct/kWh, Stand 3.6. 2013)

Gesamtübersicht der aktuellen Einspeisetarife:

  • Einspeisetarife des RHI

Die Förderungen in Form von Einspeisevergütungen orientieren sich an der verwendeten Technologie, die einzelnen Tarife richten sich zum Teil auch nach der Anlagengröße.

Interessante und weiterführende Links dazu:

Wovon hängt es eigentlich ab, ob umweltfreundliche Solarwärme ertragsbezogen gefördert wird?

Bei dieser Frage denke ich eher an größere Anlagen, nicht an die kleine Anlage eines Einfamilienhauses.

Ein Teil unseres europäischen Umlands ist da schon einen Schritt weiter, nicht nur Großbritannien und Italien haben den Einstieg gepackt, auch in Frankreich ist man wohl gerade auf dem Weg. Es funktioniert also!

Wird es das bei uns auch bald geben?

Dazu fällt mir das Interview mit Herrn Dr. Geißler (BMU) zu Einspeisetarife für Solarthermie ein, der dazu meinte, dass ertragsbezogene Förderungen richtige Akzente in Richtung besserer Anlageneffizienz setzen könnten. Ich denke ähnlich. Die Wärmewende würde doch schneller vorankommen. Ich stelle mir vor, was ertragsbezogene Förderungen für eine Dynamik in Forschung und  Entwicklung bringen könnten. Außerdem würde sich die Solarthermie-Spreu vom Solarthermie-Weizen trennen. Je leistungsfähiger die Anlage, desto fetter die Einspeisevergütung. Ich finde es auch schlau mit den Großanlagen zu beginnen und bin gespannt ob sie es tatsächlich auch im Haushaltsbereich einführen, ich stelle mir das für Kleinanlagen nicht administrierbar vor. Wir halten euch jedenfalls auf dem Laufenden. Bald gibt es einen Artikel zum Haushaltsbereich in Großbritannien.

Wie seht ihr das?

Bild: Claudia J. Gasmi