Heute präsentiere ich eine Arbeit, die mich das erste Halbjahr 2014 beschäftigt hat. Ich durfte Anfang des Jahres eine Bachelorarbeit betreuen, die an der Hochschule für Technik in Stuttgart von der Studentin Alexandra Kobzev verfasst wurde. Ich hatte das Thema im Rahmen des Ossiacher Talenteforums angestossen, weil ich es endlich mal genau wissen wollte. Der Titel der Diplomarbeit lautete.

Ein Vergleich der unterschiedlichen gesetzlichen Erneuerbaren Energie-Strategien in den Ländern Deutschland, Österreich, Vereinigtes Königreich und Dänemark

Gemeinsam mit ihrem Professor Dr. Dr. Andrej Pustisek, den ich über das Talenteforum kennengelernt hatte, entstand so die Arbeit zwischen Februar und Juni 2014. Nun möchte ich euch endlich die Ergebnisse präsentieren, die ein sehr spannendes Bild zeigen. In mehreren Artikeln, werde ich die Ergebnisse der einzelnen Länder präsentieren.

Ziele im Wärmebereich viel zu selten ausformuliert, geschweigedenn vergesetzlicht

Ziel der Arbeit war es die unterschiedlichen gesetzlichen Erneuerbaren Energie-Strategien der ausgewählten Länder zu untersuchen. Es sollte geprüft werden, welche Ziele im Strom-  und welche im Wärmebereich fixiert wurden. Ich wollte damit auch einen Verdacht bestätigt haben, der uns auch hier schon oft aufgefallen ist. In vielen Ländern scheint es so zu sein, dass die Ziele im Strombereich sehr gut ausgearbeitet sind, aber im Wärmebereich eben nicht. Frau Kobzev hatte also die Aufgabe sich durch all die Informationen in den einzelnen Ländern durchzuarbeiten. Bevor ich aber die Ergebnisse präsentiere, starten wir den ersten Teil der Präsentation mit einem Energievergleich der einzelnen Länder.

Vergleich der Importabhängigkeit UK, AT, D, DKAlexandra Kobzev startete mit einem sehr interessanten Vergleich. Sie schaute sich an wie hoch die Importabhängigkeit der einzelnen Länder ist. Das Ergebnis ist für mich doch sehr  erstaunlich.

Österreich ist zu fast 70% von Energieimporten abhängig, während Dänemark sich immer unabhängiger macht. Auch Deutschland stand 2011 noch schlechter da als Großbritannien. Das fehlende Unabhängigkeitsstreben in meinem Heimatland stört mich schon lange. Immerfort wird nur gesagt, welch tolles Umweltmusterland wir seien, auch wenn das schon lange nicht mehr stimmt, wie auch Prof. Mandl hier eindrücklich erklärt. Wir ruhen uns seit Jahren auf Errungenschaften aus den 70er und 80er Jahren aus und meinen, damit schon genug getan zu haben. Ineffektive und hochbürokratische Förderprogramme werden dann hochgejubelt auch wenn unterm Strich nicht viel übrig bleibt, aber ich schweife schon wieder ab. Es geht ja um die Arbeit und da werden wir noch viele solcher Erkenntnisse erlangen.

Frau Kobzev hat sich außerdem der Herausforderung gestellt, einen Vergleich des Energiemixes der einzelnen Länder anzustellen. Da ich weiß wie schwierig das sein kann, habe ich sie hierbei versucht so gut es ging zu unterstützen. Hier das Ergebnis.

Auch hier hat Österreich sich mal wieder ausgezeichnet. Während diese Aufgabe für Deutschland in wenigen Stunden zu erledigen ist, brauchte sie für Österreich einige Tage, weil man lange versucht aktuelle Zahlen zu finden, die es jedoch wie wir wissen nicht gibt. Grafiken für den Bruttoinlandsverbrauch, die dann auch international vergleichbar sind, werden immer erst mit zweijähriger Verzögerung veröffentlicht. Erst Ende 2014 wurden die Zahlen für 2012 veröffentlicht. Deshalb mussten Anfang des Jahres noch die Zahlen aus 2011 herangezogen werden. 2012 lag der Anteil an Erneuerbaren bei 30%Primärenergieverbrauch, Bruttoinlandsverbrauch, Bruttoenergieverbrauch

Immerhin hat Österreich in diesem Bereich Nase vorn. Ich finde solche direkten Vergleiche immer sehr spannend. Obwohl Österreich 30% erneuerbare Energien hat, ist es zu 70% von Import abhängig. In diesem Punkt hat Österreich also das größte Potenzial. Deutschland hat neben den Erneuerbaren noch einige fossile Ressourcen. Großbritannien ist mit 4% Erneuerbaren eher noch am Beginn der Entwicklung, aber im Laufe der Arbeit wird man sehen, dass dort ein großer Umbruch im Gange ist. Bei Dänemark wird deutlich, dass es neben den erneuerbaren Energien auch eigene Ressourcen hat, jedoch den erneuerbaren Anteil wie kein anderes Land forciert. Vermutlich wohl wissend, wie lange die fossilen Vorräte im Land noch reichen.

Soviel zum ersten Teil der Arbeit. Im nächsten Schritt kommen wir dann schon zu den Ergebnissen, ich werde die Länder einzeln vorstellen. Am Schluss bekommt ihr die Bachelorarbeit auch zum Download, aber ich will jetzt noch nicht alles verraten.

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Quellen: Alexandra Kobzev