Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) hat eine Studie vorgelegt: Den Fahrplan Solarwärme – Strategie und Maßnahmen der Solarwärme-Branche für ein beschleunigtes Marktwachstum bis 2030. Wir starten heute mit einer Serie, die nach und nach die einzelnen Bausteine des Fahrplans vorstellt. Die zugehörigen Artikel findet Ihr immer am Ende der einzelnen Artikel. Als erstes gebe ich einen Überblick über das Projekt.

Viel Luft nach oben

Wenn ich an einem backofenheißen Sommertag durch Ostbayern radle oder wandere, sehe ich auf vielen Dächern Photovoltaikmodule in der Sonne blinken; Solarkollektoren dagegen nur vereinzelt – einer solarstromfreundlichen Förderpolitik sei Dank.  Dabei entfällt rund die Hälfte des Energiebedarfs in Deutschland auf die Wärmeversorgung von Gebäuden. Etwa 8 bis 10 Millionen deutsche Dächer sind für die Nutzung für Photovoltaik oder Solarkollektoren geeignet; rund 1,7 Millionen Solaranlagen gibt es bereits – doch immer noch stammt kaum mehr als 1 % des Heizwärmebedarfs deutscher Haushalte aus Sonnenenergie. Da ist noch Luft nach oben.

Ein Fahrplan für den solaren Wärme-Markt

Wenn Klimaschutzziele und Versorgungssicherheit erreicht werden sollen, brauchen wir unbedingt Alternativen zum Öl, doch der reale Zubau an erneuerbaren Wärmequellen reicht momentan nicht aus. Grund genug für den BSW-Solar, die Sache mit dem Fahrplan Solarwärme systematisch anzugehen, unterstützt durch Sponsoren wie der Fachmesse Intersolar Europe und dem Bundesumweltministerium. Autoren der Studie sind die Beratungsunternehmen Technomar GmbHCO2-Online und das Institut für Thermodynamik und Wärmetechnik der Universität Stuttgart. Außerdem nahmen 24 Unternehmen der Solarthermie-Branche an der Studie teil.

Für den Fahrplan wurden nicht nur vorhandene Studien und Analysen ausgewertet („Desk Research“), sondern auch Experten-Interviews mit Herstellern und Handwerkern, Planern und Bauherren, Industriebetrieben etc. geführt und Workshops veranstaltet, in denen die Ergebnisse diskutiert und präsentiert wurden. Außerdem enthält der Fahrplan verschiedene Szenarien zur Abschätzung der Marktentwicklung und Analysen zu den volkswirtschaftlichen Auswirkungen.

Im Fokus: Sechs strategische Themen

Nicht alle strategischen Analysen und Erkenntnisse aus der Studie sind für die gesamte Solarwirtschaft gleichermaßen interessant und wichtig. Also entwickelten die Autoren eine Grundstrategie mit sechs strategischen Fokusthemen. Dazu gehören vor allem der Ausbau im Bereich der Ein- und Zweifamilienhäuser und die Erschließung weiterer Marktsegmente, insbesondere im Bereich der industriellen Prozesswärme. Außerdem sollen kostengünstige Systemlösungen gefördert sowie Forschung und Entwicklung vorangetrieben werden, zum Beispiel im Bereich der Speichertechnik. Und nicht zuletzt sollen die Solarwärme in Politik und Gesellschaft kommuniziert und vertreten werden. Öffentliche Förderungen unterstützen die Solarwärme, bis sie wirtschaftlich auf eigenen Beinen steht. In den kommenden Artikeln erfahrt ihr mehr über diese spannende Studie.

Quellen: Fahrplan Solarwärme, Langfassung (Vorabversion); Fahrplan Solarwärme, Kurzfassung; Präsentation Fahrplan Solarwärme

Foto: (c) Daniel