Seit 1. April gibt es die ertragsbezogene Förderung für Solarthermieanlagen über 20 m² Bruttokollektorfläche. Dadurch lohnt es sich bei großen Solaranlagen besonders, entsprechend leistungsfähige Kollektoren einzusetzen. Die Förderlandschaft ist nicht gerade übersichtlicher geworden, doch der neue Förderrechner für große Solarthermieanlagen schafft Transparenz.

Förderrechner macht Förderdschungel überschaubar

Das praktische Tool in Form einer Excel-Anwendung könnt Ihr auf dieser Seite runterladen – bzw. hier geht’s direkt zum Förderrechner. Entwickelt wurde der Förderrechner für große Solarthermieanlagen von der Ritter Gruppe, die auch Herausgeberin dieses Energieblogs ist.

Fördervarianten im Wirtschaftlichkeitsvergleich

Der Förderrechner vergleicht vier mögliche Fördervarianten für Solarthermie:

  • BAFA-Förderung (flächenabhängig)
  • ertragsabhängige BAFA-Förderung
  • KfW-Förderung
  • ertragsabhängige KfW-Förderung

Für Anlagen zwischen 20 und 40 m² gibt es nur die BAFA-Förderung; zwischen 40 und 100 m² Kollektorfläche stehen alle Varianten alternativ zur Wahl. Bei Prozesswärme entfällt die Obergrenze.

Für die verfügbaren Varianten liefert der Förderrechner Werte zur Förderhöhe und zur Wirtschaftlichkeit, unter anderem:

  • Förderung in Euro (maximal)
  • Förderung in Euro/m², in
  • Vergleich Förderung Cent/kWh (gerechnet auf 20 Jahre)
  • Eigenkosten
  • Solarenergiepreis (20 Jahre) in Cent/kWh
  • Solargewinn in 20 Jahren
  • Amortisationzeit in Jahren

Außerdem berücksichtigt der Rechner Bonusförderungen für Kesseltausch, große Solarwärmespeicher, Gebäudeeffizenz, Kombination mit anderen erneuerbaren Energien und vieles mehr. Durch Eingabe in den entsprechenden Feldern kann man sofort sehen, wie sich das auf die Förderhöhe auswirkt.

Vierzehn Kollektortypen und unendlich viele Joker

Der Rechner erlaubt die Auswahl eines Referenzkollektors aus vierzehn typischen Kollektorarten – vom Hochleistungsröhrenkollektor über sehr gute bis niedrigpreisige Flachkollektoren bis hin zum chinesischen Thermosiphonkollektor. Man kann auch selbst einen Referenzkollektor definieren, indem man die Kollektorart (Flach- oder Röhrenkollektor) auswählt und den Solar-Keymark-Jahresertrag pro m² Bruttofläche bei 50 Grad (SWK50) am Standort Würzburg sowie den Wert für 75 m² (SWK75) eingibt. Zu finden sind diese Jahreserträge im Solar Keymark Datenblatt 2. Leider haben viele Hersteller dieses Datenblatt noch nicht. Auf der Vergleichsseite (rechte 3 Spalten, siehe Bild unten) stehen dieselben vierzehn Kollektorarten zur Auswahl, zudem kann man die standardmäßig hinterlegten SWK-Werte überschreiben.

Schlanke Oberfläche, gehaltvolles Innenleben: Der Förderrechner für große Solaranlagen (erstellt von der Ritter Gruppe)

Schlanke Oberfläche, gehaltvolles Innenleben: Der Förderrechner für große Solaranlagen (erstellt von der Ritter Gruppe)

Schlanke Oberfläche, mächtiges Werkzeug

Klingt kompliziert? Schaut euch den Rechner selber an. Die Oberfläche ist übersichtlich und einfach zu bedienen. Und das, obwohl umfangreiche Grundlagen darin eingearbeitet sind – eine echte Erleichterung für die Endanwender(innen). Viele Felder sind mit Kommentaren hinterlegt, sodass man buchstäblich erkennt, was „dahintersteckt“ oder wo man vielleicht nochmal nachlesen sollte, wenn man alles ganz genau wissen will.

Selbst ist das Heizen mit Solarthermie

Selbstredend, dass der Anbieter des Tools die Haftung für die Richtigkeit der Daten ausschließt, denn im Ernstfall muss man sich natürlich selbst über das Antragsverfahren und die Förderung im Marktanreizprogamm (MAP) informieren.

Doch der Rechner hilft, den Überblick zu behalten. Bis zur nächsten kreativen Neuerung des Gesetzgebers… doch wenn die Änderungen in die richtige Richtung gehen, z.B. dass auch kleinere Anlagen in die ertragsabhängige Förderung einbezogen werden, machen wir uns sehr sehr gerne schlau 🙂 Auf dass aus dem Marktanreizprogramm ein Marktanheizprogramm werde.

Foto: rapunzeln / photocase.de