Ein gutes neues Jahr mit viel Sonne und Wärme für Euch!

Wir starten heute ins neue Bloggerjahr mit einem Interview mit dem neuen Handwerker des Monats. Das ist im Januar 2017 der Hamburger Diplom-Ingenieur Arne Hagemann, der Inhaber und Geschäftsführer der Backhaus Solartechnik GmbH ist. Lest hier, wie Arne Hagemann auf die Solarenergie gekommen ist – und warum sie bis heute ein Zugpferd für sein Leben ist.

Kurz noch was vorweg: Als ich Euch im Frühjahr 2013 hier über den Hamburger Energiebunker berichtete, hatte ich dazu Alexander Jandrey interviewt, der das Projekt Energiebunker für die Ritter Gruppe leitete, die, wie ihr wisst, auch hinter unserem Blog steht. Seither, das gebe ich gerne zu, ist der Energiebunker mein Lieblingsprojekt in Sachen Solarenergie, insbesondere Solarthermie. Ganz sicher ist er das auch, weil er in meiner Heimatstadt Hamburg steht und ich jahrelang nur einen Steinwurf von dem Steinkoloss entfernt gewohnt habe. Ich war inzwischen natürlich schon mehrfach vor Ort und habe die Aussicht von hoch oben auf die Hansestadt genossen und die installierte Solartechnik bewundert.

Der Blick auf den Energiebunker in Hamburg-Wilhelmsburg. Die Solarthermie-Kollektoren hat unser Handwerker des Monats mit seinem Team dort oben installiert. Foto: A. Hagemann / Backhaus Solartechnik GmbH

Vor diesem Hintergrund freue ich mich besonders, euch mit unserem ersten Handwerker des Jahres 2017 den Mann vorzustellen, der mit seinem Team die Solarthermie-Anlage der Ritter XL Solar oben auf dem ehemaligen Flak-Bunker in Hamburg-Wilhelmsburg installierte: Diplom-Ingenieur Arne Hagemann- unser Handwerker des Monats!

Dipl.-Ingenieur Arne Hagemann, unser Handwerker des Monats (v.l.) und sein Team hoch oben auf dem Hamburger Energiebunker. Foto: A. Hagemann / Backhaus Solartechnik GmbH

Arne Hagemann, auch Ihnen ein sonniges neues Jahr! Beschreiben Sie uns doch zuerst bitte kurz Ihr Unternehmen!

Dipl.-Ing. Arne Hagemann: Anfang der 1990er, im Jahr 1992, wurde die Backhaus Solartechnik GmbH gegründet. Die Installation von Solarthermie-Anlagen mit Vakuumröhren stand schon damals im Mittelpunkt. Ich kam einen Monat nach der Gründung des Unternehmens hinzu und brachte die Photovoltaik mit. Ich wurde alsbald Teilhaber und um die Jahrtausendwende übernahm ich den Betrieb ganz. Wir sind heute sieben Mitarbeiter, davon sechs in Vollzeit.

Wenn ich richtig gerechnet habe, steht dieses Jahr eine Feier ins Haus: das 25-jährige Betriebsjubiläum, oder?

Ja, die Jubiläumsfeier ist schon in Planung. Wir wollen …

… lassen Sie mich raten: Sie wollen auf dem Energiebunker feiern!?

Stimmt genau.

Was zeichnet Ihren Betrieb aus?

Wir arbeiten im Großraum Hamburg. Wir installieren Gasbrennwert- und Pelletheizungen, Solarthermie- und Photovoltaik-Anlagen, Systeme zur Regenwassernutzung und Lüftung sowie Sanitärtechnik. Das volle Programm mit den Erneuerbaren als Hauptdarsteller.

Wie kamen Sie zu Ihrem Beruf und was gefällt Ihnen bis heute daran?

Die Idee zu meinem Beruf hat mein Vater initiiert. Vor 32 Jahren gab es eine Fernsehsendung auf dem 3. Programm. Die hieß: „Ein Mann heizt durch die Wand“. Ich war damals Lehrling im Elektronikbereich und faszinierte mich sofort für die Sonnenenergie …

Auf ihrem Homemade Energy Blog, mit dem Sie in meinen Augen Maßstäbe für die Solarteur-Branche setzen, teilen Sie folgende Erinnerung: „Vor gut 30 Jahren hat mich der Zauber der Sonnenenergie erfasst. Meine erste Solarstromanlage mit zwei Modulen, Batterie und Wechselrichter sollten mein Studentenzimmer stromautark machen“. Was bedeutet Solarenergie Ihnen?

Die Solarenergie ist bis heute Zugpferd für mein Leben.

Arne Hagemann, Sie sind mit Ihrem Unternehmen Paradigma-Partner. Was sind die Gründe für diese Partnerschaft?

Das ist schnell erzählt: Ein Mitarbeiter der Umweltbehörde Hamburg wollte vor über 20 Jahren ein Paradigma-Heizsystem. Dadurch wurde ich Partner und bin es bis heute.

Beschreiben Sie uns bitte Ihr aktuelles Solarthermie-Projekt!

Kurz vor dem Jahreswechsel  hatten wir ein typisches 10-Quadratmeter-Aqua-Plasma-Kollektoren-Projekt mit Gasbrennwertheizung Modula NT in Arbeit, parallel dazu haben wir eine Pelletheizung Pelleo Optima installiert.

Ein Blick über das Feld der Solarthermie-Kollektoren auf Hamburgs Energiebunker in Richtung City. Foto: A.Hagemann / Backhaus Solartechnik GmbH

Und welches der von Ihnen bisher realisierten Solarthermie-Projekte ist Ihr Lieblingsprojekt und warum ist es das?

Keine Frage: Der Energiebunker ist mein Leuchtturm-Projekt. 1.348 Quadratmeter Aqua-Plasma-Kollektoren in luftiger Höhe bei Schnee zu installieren, dass ist super anstrengend gewesen – aber nachhaltig großartig. Bis vor kurzem war die Anlage auf dem Energiebunker damit die größte dieser Art in Deutschland, jetzt ist Senftenberg mit 8.300 Quadratmetern sogar noch um ein Vielfaches größer.

Beschreiben Sie uns bitte Ihr größtes Erfolgserlebnis in Sachen Solarthermie!

Wie das Projekt Energiebunker ist auch unser Projekt Hausboot einfach ein sehr interessantes, weil vieles anders ist als im Standardhaus auf Land. Wir haben dem Hausbootbauherren, dem Architekten Daniel Wickersheim, der sehr kreativ und ein super Kunde war und ist, eine Pelletheizung, eine Solarthermie-Anlage, ein Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung sowie eine Photovoltaik-Anlage mit Speicher gebaut.

Ich hoffe, dass Sie uns beide Projekte in den nächsten Wochen hier noch ausführlicher vorstellen!

Sehr gerne!

Und wo drückt der Schuh im Alltag? Welche Hürden sind im alltäglichen Umgang mit Solarthermie gegebenenfalls besonders hoch beziehungsweise schwer zu nehmen?

Meistens gibt es mehr Aufgaben, als es die Tage hergeben. Für mich als „Chef“ steigt der Arbeitsaufwand seit Jahren, wobei die Aufträge für die Monteure ja sehr verhalten „reintrudeln“. Zudem steigen der Service-Aufwand und auch die Protokollierung auf allen Ebenen deutlich. Teilweise im Übermaß … Seit dem Photovoltaik-Boom vor circa fünf Jahren ist ein deutlicher Umsatzrückgang und Gewinnrückgang zu verzeichnen, dennoch habe ich keinen Monteur entlassen müssen … Aber auf einen intensiven Sommerurlaub verzichte ich dennoch nicht.

Wie erleben Sie das Paar Solarthermie und Photovoltaik in der Praxis?

In der Praxis werden immer Wärme und Strom benötigt. Kunden, die zunächst eine Solarthermie-Anlage haben, erweitern später mit Photovoltaik bis das Dach voll ist. Ist das Dach noch leer, stellt sich heute die berechtigte Frage, ob die PV alles kann, denn wirtschaftlich ist das langsam schon so. Dennoch sage ich den Kunden: „Wenn Sie das Maximum an Leistung aus der Dachfläche holen wollen, dann mit einer Kombi, also mit Wärme und Strom.“ Der Flächenvorteil liegt immer noch bei Vakuumröhren.

Was wünschen Sie sich für Ihren Solarthermie-Job?

Sichere Funktion von elektronischen Bauteilen und neuen Komponenten beziehungsweise eine kulantere Kostenübernahme, wenn es mal nicht funktioniert.

Was halten Sie vom neuen Kollektorertragslabel und wie hilft es Ihnen in der Praxis?

Das Label nutze ich nicht. Vakuumröhren kann ich, gegenüber Flachkollektoren, auch ohne Label gut anpreisen. Der Bunker ist hier ein As, welches ich ausspiele. Aber auch der Hinweis auf den Unterschied von Fenstern in alter und neuer Bauweise hilft, technische Unterschiede zwischen Solarthermie-Kollektoren klarzumachen, das verstehen die Kunden in der Regel sofort.

Vielen Dank, Arne Hagemann, dass Sie sich die Zeit für unser Interview genommen haben!

Sie möchten auch Handwerker des Monats werden?
Wenn Sie wie Arne Hagemann glühender Kämpfer für die Wärmewende und noch dazu Paradigma-Partner sind, schreiben Sie uns bitte eine kurze E-Mail an: office@nullecoquent-positions.com“! Schildern Sie darin in ein paar Sätzen, was Sie antreibt und warum sie so gerne Solaranlagen bauen. Bitte schreiben Sie auch Ihre zwei Lieblingsprojekte dazu. Wir schauen uns das gemeinsam mit dem Gebietsmanager an und melden uns.

Fotos: A. Hagemann / Backhaus Solartechnik GmbH