Österreich macht uns vor, wie es geht: Mit der Förderaktion „Demoprojekte Solarhaus 2014“ des österreichischen Klima- und Energiefonds. Gefördert werden Solarwärmeanlagen im Ein- und Zweifamilienhaus, die mindestens 70 Prozent des Gesamtwärmebedarfs mit Solarthermie decken. Die Förderaktion kann man sowohl für Neubauten als auch Bestandsgebäude und Sanierungsprojekte bekommen.

Wie hoch ist die Solarhaus-Förderung?

Die Förderhöhe bemisst sich nach dem Heizwärmebedarf (HWB) des Hauses und den umweltrelevanten Mehrinvestitionskosten (Brutto-Investitionskosten, inklusive Umsatzsteuer). Für die solarthermische Anlage gibt es einen prozentualen Zuschuss, daneben werden Zusatzheizungen (Holzheizung oder Wärmepumpen) mit Pauschalbeträgen gefördert.

Fördersätze des Solarhaus-Förderprogramms "Dempoprojekte Solarhaus 2014"

Fördersätze des Solarhaus-Förderprogramms „Dempoprojekte Solarhaus 2014“

 

Die Förderung je Einzelprojekt (Solaranlage und Zusatzheizung) ist auf insgesamt 12.000 Euro begrenzt; für Projekte, die an der Begleitforschung teilnehmen, gibt es bis zu 15.000 Euro.

Begleitforschung ausgewählter Solarhaus-Projekte

Besonders innovative Projekte werden wissenschaftlich begleitet. Die BetreiberInnen bekommen Unterstützung beim Optimieren ihrer Anlagen, und die Erkenntnisse fließen in die Umsetzung neuer Solarhäuser ein. Wer für die Begleitforschung ausgewählt wird, verpflichtet sich zur Teilnahme und stimmt der Veröffentlichung der gewonnenen Daten zu.

Schnell bewerben! Fördervoraussetzungen für die Demoprojekte Solarhaus 2014

Bewerben können sich sowohl (Mit-)EigentümerInnen, Bauberechtigte als auch MieterInnen. Wer gefördert werden möchte, muss sich auf der Homepage des Klima- und Energiefonds registrieren und bis spätestens 25. September 2014, 17 Uhr vollständige Antragsunterlagen bei der Kommunalkredit Public Consulting GmbH vorlegen. Vorher ist ein Beratungsgespräch mit den vom Klima- und Energiefonds beauftragten BeratungsexpertInnen de Begleitforschungsprogramms verpflichtend.

Erst wenn die Förderung genehmigt ist, kann mit dem Bau begonnen bzw. die Anlage geliefert werden. Bis spätestens 31.3.2016 muss dann die Anlage in Betrieb genommen werden.

Darüber hinaus gelten Fördervoraussetzungen, u.a.

  • Solare Deckung mindestens 70 % für Warmwasser und Raumheizung
  • Kollektorfläche mindestens 15 m²
  • Heizwärmebedarf unter 42 kWh/m²*a
  • Nachweis des Heizwärmebedarfs (Energiekennwert Heizwärme) und des solaren Deckungsgrades gemäß PHPP (Passivhaus-Projektierungspaket)
  • Mindestanforderung an Luftdichtheit der Gebäudehülle
  • Kein Gas oder Öl bei der Zusatzheizung
  • Einbau einer Messeinrichtung für den solaren Wärmeertrag
  • Duldung zusätzlicher Messtechnik bei Teilnahme am Begleitforschungsprogramm
  • Kollektoren müssen nach dem „Österreichischen Umweltzeichen für Sonnenkollektoren und Solaranlagen“ oder nach „Solar Keymark“ zertifiziert sein
  • Mindestanforderungen an die Emissionswerte von Holzheizungen und die Leistungsfähigkeit von Wärmepumpen

Ob man die Förderung bekommt oder nicht, entscheidet das ExpertInnengremium des Klima- und Energiefonds. Dabei kommen die Projekte, die für die Teilnahme am Begleitforschungsprogramm ausgewählt werden, als erste zum Zug.

Zweite Förderphase geplant

In der ersten Förderphase stehen beim Klima- und Energiefonds für das Programm „Demoprojekte Solarhaus“ bis zu 700.000 Euro zur Verfügung. Wer im ersten Anlauf leer ausgeht, bekommt vielleicht eine weitere Chance: Die Erkenntnisse aus dem ersten Durchgang sollen für eine 2. Projektphase genutzt werden.

Hohe solare Deckungsgrade nur mit wirklich effizienten Kollektoren möglich

Was diese Förderung von sehr vielen anderen unterscheidet, ist die Ausrichtung auf wirklich hohe solare Deckungsgrade, wir haben das hier schon einmal genauer erklärt. Um 70% des Raumwärmebedarfs zu decken, gilt es darauf zu achten, dass die Kollektoren auch in der Übergangszeit und im Winter Wärme liefern. Vielleicht ist dies der Zeitpunkt, wo die Kunden beginnen mit der Solar Keymark zu arbeiten. Hier Bilderklärung wie man den Kollektorertrag bei niedrigen Außentemperaturen herausfinden kann.

Hier nochmal alle wichtigen Links auf einen Blick:

  • Alles zum Projekt beim Klima- und Energiefonds
  • Alles rund um die Antragstellung bei der Kommunalkredit Public Consulting GmbH
  • Alle Infos und Ansprechpartner im Leitfaden Demoprojekte Solarhaus 2014 beim Klimafonds (PDF)

Grafik: Klima- und Energiefonds, Leitfaden „Demoprojekte 12 Solarhaus“ 2014, Seite 3; Foto: elektrolab / photocase.de