Soeben bin ich über eine vielleicht entscheidende Nachricht gestolpert, die den Lauf der zukünftigen Klimaentscheidungen mehr verändern könnte, als alle möglichen Klimakonferenzen zusammen. Tom Steyer ein „pensionierter“ Investor hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Zukunft zu hinterlassen. Mit der letzten Ankündigung seiner Organisation NextGen Climate macht er nun Schlagzeilen.

100 Mio. Dollar für eine Aufklärungskampagne zum Klimawandel

Ja, richtig gelesen. 100 Mio. um das was die Koch Brüder in den letzten fünf Jahren als Säer des Zweifels in Sachen Klimawandel angestellt haben, wieder rückgängig zu machen. 2007 gab es in den USA und generell weltweit noch eine ziemlich klare öffentliche Meinung darüber, dass der menschengemachte Klimawandel ein Problem darstellen wird und gegengesteuert werden muss. Mit sehr viel Geld und Einfluss hat sich diese Meinung geändert und anscheinend kann in diesem Fall Feuer nur mit Feuer bekämpft werden.

USA als Verhinderer in vielen Klimafragen

Es ist auch bekannt, dass die USA gemeinsam mit China immer wieder Klimaziele verhindern, deshalb bin ich sehr gespannt ob sich dieses Geld als sinnvolle Investition erweisen wird und ob es dadurch einfacher wird, als Staatengemeinschaft etwas zu bewegen.

Öffentliche Meinung entscheidend für Klimakonferenzen

Obwohl viele sagen werden, dass dieses Geld anderweitig besser eingesetzt wäre, finde ich das mittlerweile extrem wichtig, da die Massenmedien in dieser Frage leider versagt haben und das eigentliche Problem bei Klimakonferenzen ist ja, dass die Verhandler dort nur als Verlierer heimkommen können. Sie haben die Aufgabe etwas zu verhandeln, dass eigentlich keiner in ihrer Heimat will. Schulterklopfer bekommen sie nur, wenn sie für Industrievertreter eine möglichst passable Lösung herausgearbeitet haben. Von der Öffentlichkeit sind hingegen keine Schulterklopfer zu erwarten, wenn ein Landesvertreter hohe Klimaschutzziele für sein Land einfordert. Kein Wunder das dort nichts rauskommt, wenn man etwas verhandeln soll, dass einen unbeliebt macht. Das ist vor allem deshalb noch problematisch, weil die öffentliche Meinung noch nicht den Tipping Point überschritten hat. Solange die Bevölkerung hier nicht wirklich aufgeklärt ist, wird auch nichts passieren (können).

Wie ändert man die öffentliche Meinung?

Glaubt es oder nicht, wir sind alle Opfer der Medien. Sie entscheiden weitgehend was die Menschen denken und wie sie zu einem bestimmten Thema stehen. 2007 gab es noch mehr öffentliche Zustimmung zu Regulationen von Treibhausgasen, doch dann begann die Medienmaschinerie der Industriewelt zu laufen und das Bild hat sich gedreht. Sogar ich wurde immer wieder verunsichert von den unglaublich professionell bearbeiteten Quellen und Gegenstudien. Es ist natürlich ungleich einfacher Zweifel zu säen, als komplizierte Fakten zu vermitteln, deshalb werde ich sehr gespannt verfolgen, wie diese Informationskampagne ablaufen wird.

Wird die Energiedebatte von Philanthropen entschieden?

Insgesamt finde ich die Entwicklung, dass immer mehr große Geldgeber und wohlhabende Familien sich den wichtigen Themen der Menschheit annehmen, sehr begrüßenswert nachdem die politischen Institutionen allzuoft Gefangene ihrer selbst sind und diese Aufgabe nicht mehr wirklich erfüllen. In Europa ist dieser Teil der zivilgesellschaftlichen Finanzierung zwar bei Weitem nicht so ausgeprägt wie in den USA, aber die Bewegung kommt in Gang. Gut so, denn sehr viel hängt nun am Thema Kommunikation, nachdem es alle Lösungen für unsere Probleme bereits gibt. Nur wissen viele noch nichts davon.

Was meint ihr? Wird dieser Coup etwas verändern? Schließlich ist ja auch der Zweifel von den USA aus über die Welt gesät worden.

PS: Sorry für das schlechte Bild. Der Herr scheint sehr medienscheu zu sein und hat nicht wirklich viele verfügbare Bilder.

Bild: Wikipedia, Tom Steyer unter folgender Lizenz  Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported