Wir haben bereits über die bundesweite Aktion „Woche der Sonne“ geschrieben, nun ist sie zumindest in Deutschland vorbei und wir wollen euch gerne von unseren Erlebnissen und Erfahrungen berichten. In erster Linie soll die Aktionswoche aufzeigen und informieren, dass und wie Solarenergie genutzt werden kann,  um erneuerbare Wärme und Strom zu erzeugen.

Für mich war es das 1. Mal, dass ich an Vorort-Veranstaltungen zur größten Solarkampagne Deutschlands teilgenommen habe. Mein Ziel: Mich informieren und schlauer nachhause gehen, als ich hingegangen bin. Im Vorfeld habe ich mir dazu zwei – drei passende Aktionen herausgesucht. Das war ganz einfach, dazu habe ich mir den Veranstaltungskalender der Aktionswoche hergenommen und nach meinen Wünschen selektiert.

1. Aktion: Infoverantstaltung von Energieberatern in meiner Stadt

Für den Einstieg, habe ich mir eine Aktion von unseren Lorscher Energieberatern herausgesucht. Stattfinden sollte das ganze am 27. und 28. April, von 10.00 bis 14.00 Uhr, mitten in der Stadt. – Da wir hier auf Ecoquent Positions gerade eine Interview-Serie, namens „Energieberater im Gespräch“ am Laufen haben, haben mich die Antworten meiner „heimischen“ Energieberater dazu natürlich auch interessiert. – Mit den Interview-Fragen im Gepäck, machte ich mich also bei strömendem Regen, gleich am 1. Tag der Aktionswoche, am 27. April, etwa um 13.15 Uhr, gespannt auf den Weg. In der Hoffnung, dass gegen Ende der Infoveranstaltung mehr Zeit für Antworten auf meine Fragen sei.

So kam ich ca. 13.30 Uhr am Lorscher Kloster an, hier sollte jetzt irgendwo ein Stand zu finden sein. Ich fand aber keinen! Nun fragte ich mich, ob ich mich im Datum geirrt haben könnte … zückte mein Kabelloses und schlug noch einmal im Veranstaltungskalender nach … Nein, daran lag es nicht: Ort, Datum, Uhrzeit, alles stimmte. So fragte ich bei den umliegenden Cafes und dem Fahrradverleih nach, ob man etwas von einer Infoveranstaltung der Energieberater wisse und erfuhr, dass der Stand morgens wohl da gewesen sei. Der Platz, an dem der Stand gewesen sein soll, war aber jetzt leer. Mhh!

Ich schaute an meinen nassen Hosenbeinen herunter und wackelte unruhig mit meinen noch nasseren, kalten Fußzehen. Bähhh, ungemütliches Regenwetter… Ich glaube ich weiß warum die Energieberater nicht mehr da waren und ich kann es ihnen nicht verdenken 😉

Meine 1. Aktion war also buchstäblich ins Wasser gefallen. Schade! Aber ich hatte mir ja noch weitere Aktionen ausgesucht. Und freute ich mich Zuhause bei einer heißen, leckeren Tasse Kaffee auf den nächsten Tag. Da wollte ich mir gerne Speichermöglichkeiten für den Photovoltaik-Bereich anschauen.

2. Aktion: Speichermöglichkeiten für Photovoltaik auf dem Maimarkt in Mannheim

Der 2. Termin, den ich mir im Rahmen der Aktion: „Woche der Sonne“ herausgesucht habe, war der Besuch eines Standes, der zu Speichermöglichkeiten im Photovoltaik-Bereich informieren wollte. Neugierig geworden bin ich durch die neue Förderung für Speicher, die am 1. Mai 2013 in Kraft getreten ist. Also auf nach Mannheim, zum diesjährigen Maimarkt und dort dann in die Halle: Bauen, Renovieren, Energie.

Eine der größten Hallen auf dem Maimarktgelände und sie war einfach so groß und interessant, dass ich hier sehr viel Zeit verbrachte. Auch wenn die übrigen Aussteller gar nichts mit der „Woche der Sonne“ zu tun hatten, blieb ich bei so ziemlich allen Ständen mit Solarkollektoren hängen. Hier gab es: Flachkollektoren mit integriertem CPC-Spiegel, Flachkollektoren, die aussahen, als hätten sie einen Röhrenkollektor verschluckt und überdimensional große Röhrenkollektoren … So viele Möglichkeiten solare Wärme zu erzeugen auf einem Haufen, habe ich noch nie gesehen. Ich war solarthermisch geflasht, wenn es so etwas gibt :).

Da fällt mir ein, ich wollte doch eigentlich zu den Speichermöglichkeiten für Photovoltaik, also los jetzt!

Ach, hier gab es auch einen Aussteller für Pellets! Pellets + Solarthermie = 100 Prozent Erneuerbare Wärme. Da bin ich dann auch nicht dran vorbei gegangen, sondern habe mir die Lagermöglichkeiten von Pellets, den Kessel des Brenners, die Umweltverträglichkeit, die Entsorgung und das Funktionsprinzip eines Pelletofens im Einzelnen erklären lassen.

Damit aber nicht genug! Der Berater des Standes war, nach eigenen Angaben, Spezialist für die solare Ergänzung von Pelletheizungen und er kannte sich recht gut mit Solarthermie aus. Pufferspeicher, Wirkungsgrad, Deckungsgrad, Wirtschaftlichkeit einer Solarthermie-Anlage … herrlich, endlich mal jemand, den ich so richtig löchern konnte mit Fragen und der meine sehr theoretischen Kenntnisse praktisch zurechtrückte.

UUUps! Als ich dann allerdings auf die Uhr schaute, erschrak ich, so spät, zu spät. Und um ehrlich zu sein, ich bin nie beim Stand mit den Speichermöglichkeiten für photovoltaisch erzeugten Strom angekommen. Fand ich aber dann gar nicht weiter schlimm, denn für den morgigen Tag war dazu jemand auf der nächsten Veranstaltung. Ein Vortrag mit anschließender Plakatausstellung zu Solarstrom, Speichermöglichkeiten und Solarwärme, den ich mir als 3. Aktion angeschaut habe.

Meine 2. Aktion lief also auch nicht planmäßig, dafür habe ich aber sehr interessante Gespräche geführt und viele Informationen mitgenommen.

3. Aktion: Vortrag vom Sonnenflüsterer und Infos zu Photovoltaik, Speichermöglichkeiten und Solarthermie

Mein drittes Kreuzchen für die Woche der Sonne machte ich für den Abend des 29. April. Diesen Termin verdanke ich übrigens dem Sonneflüsterer, Erhard Renz. Via Kommentar zu einem Beitrag zur Aktionswoche, auf meinem eigenen energiewendigen Blog, erhielt ich den Hinweis von ihm zu seinem Vortrag in Worms.

So machte ich mich dann am Montagabend auf den Weg nach Worms, wo um 18.00 Uhr im Burgundersaal des Wormser Kultur- und Tagungszentrums dem kompetenten Sonnengeflüster zu lauschen war. Die meisten Zuhörer wurden von der Stadt Worms im Rahmen des 1.000-Dächer-Programms eingeladen, weil ihr Dach sich besonders gut für die Nutzung von Solarenergie eignet. Der Vortrag handelte größtenteils von Photovoltaik-Anlagen, aber auch der Speicherung von Solarstrom und ganz am Rande auch über die Solarthermie-Anlage des Vortragenden, mit der er übrigens schon seit 1991 glücklich ist.

Im Anschluss an den Vortrag nutze ich die Möglichkeit, mich an den Stellwänden der Plakatausstellung über „Wärme von der Sonne“ durchzulesen. Das gesamte Material dazu stammte vom Bundesverband für Solarwirtschaft (BSW) und ich war sehr angetan, wie gut und einfach die Materie veranschaulicht wurde.

Besonders nachdenklich hat mich dann noch der Wutausbruch eines älteren Herrn gestimmt, der sich nach der Veranstaltung im Vorraum Luft machte. Die Technik wäre nicht ausgereift, die Politik hat kläglich versagt und es sei eh alles gelaufen, so seine Meinung. Jeglicher Versuch der Diskussion von Seiten der umstehenden Fachleute blieb erfolglos. Auf Fragen ging er erst gar nicht ein und nach seinem kurzen aber heftigen Donnerwetter, verschwand der Herr mit abwinkender Hand. Schade!

Für Zuhause nahm ich mir neben einem Luftballon mit dem Aktions-Logo (siehe Bild) noch Info-Material in Form von Heften, Flyern und Broschüren mit. Auch bei dieser 3. Aktion habe ich sehr viel mitgenommen.

Mein Resümee zur „Woche der Sonne“ 2013

Obwohl vieles anders lief als geplant, habe ich mein bescheidenes Ziel, mich nämlich über Solarthermie und Photovoltaik zu informieren, doch erreicht. Positiv überrascht war ich von der Tatsache, dass ich wirklich immer nur informiert wurde und hier keine Verkaufsversuche stattfanden. Für Solar-Interessierte auf jeden Fall zu empfehlen. Ich werde die Aktionswoche auch im nächsten Jahr wieder nutzen, würde mir aber wünschen, dass es mehr Veranstaltungen zu Solarthermie gibt.

Blogparade der Energiefacetten

An dieser Stelle bedanke ich mich für die gute Idee der Energiefacetten eine Blogparade zur Energiewende zu starten, an der ich mit diesem Beitrag gerne teilnehme. Weitere Beiträge anderer Blogs dazu:

Bild: Ballon mit dem Logo: „Woche der Sonne“ | Aufgenommen von Claudia J. Gasmi