Wer ist denn bitteschön der Örthmann? Bis eben habe ich noch nix von dem Mann gehört. Der Örthmann ist offensichtlich sowas wie ein grüner Superheld mit Maske. Also grün wie in ecoquent, ökologisch und bio. Sein erklärtes Ziel: „Gemeinsam machen wir dem Klimawandel den Garaus!“ Parallel zum 21. Weltklimagipfel in Paris war der Örthmann voll in action. Doch lest am besten selbst, was ich zum Örthmann herausgefunden habe. 

Wer ist der Örthmann?

Also auf den ersten Blick ist klar, der Örthmann ist ein Superheld. Aktuellen Presseberichten zufolge ist er sogar Österreichs Superheld Nr 1. Auf jeden Fall ist sein Outfit superheldisch. Es ähnelt dem des Superman. Allerdings dominiert beim Örthmann die Farbe Grün Denn Grün ist für ihn Programm. Dem Örthmann geht’s nämlich um die Rettung der Welt. Also des Weltklimas.

Wohl deshalb heißt der Örthmann auch Örthmann. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das reine Lautschreiberei ist. Denn zufällig entspricht die Aussprache ja dem englischen Wort „Earth“, das auf Deutsch so viel wie „Erde, Welt“ bedeutet- wenn man das „th“ englisch ausspricht.

Wobei, der Örthmann ist ja ein Typ aus Österreich. Da ich des Österreichischen nicht allzu mächtig bin, kann ich hier nicht wiederlegen, dass Örthmann nicht irgendwas aus der österreichischen Sprache ist. Aber vielleicht kann einer von Euch mir da ja weiterhelfen und seinen Senf dazuschreiben. Am besten unten im Kommentar.

Österreichs Superheld Nr. 1 - der Örthmann - ist in Klimafragen offensichtlich mit dem Papst einverstanden. Foto:

Österreichs Superheld Nr. 1 – der Örthmann – ist in Klimafragen offensichtlich mit dem Papst einverstanden. Foto: Thomas Weilguny

Wer ist der Örthmann wirklich?

Die Frage zu beantworten, das ist gar nicht so leicht. Der Örthmann ist laut dieser Pressemitteilung nämlich eigentlich eine erfundene Person. Erfunden hat ihn demnach die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar Österreichs. Deren Leitbild könnt Ihr hier nachlesen. Frage ich mich, was die Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar mit dem Klima zu tun haben. Die Antwort kommt von Örthwoman (die gibt’s demnach also auch):

„Eine ganze Menge: Siebzehn katholische Hilfswerke haben sich zur Kampagne “Change for the Planet – Care for the People” zusammengeschlossen und machen sich gemeinsam für soziale Gerechtigkeit durch die Förderung nachhaltiger Lebensstile stark. Die Dreikönigsaktion ist mit dabei.

Ziel dieser unkonventionellen Kampagne, die sich vor allem an junge Erwachsene richtet, ist es, Politiker/innen wachzurütteln, ihre Verantwortung für den Planeten endlich ernst zu nehmen. Aber nicht nur die Entscheidungsträger/innen sind gefragt. Es braucht eine Veränderung im Lebensstil jeder und jedes Einzelnen, um globale Probleme wie den Klimawandel in den Griff zu bekommen.“

Also ist der Örthmann quasi eine menschlich verkörperte Klimakampagne. Und deshalb vermittelt der Örthmann seine Botschaft via Video über Medien und Social Medien in die Welt und ruft so zu gemeinsamen Aktionen auf. Das tut er einmal pro Woche – noch bis zum Ende der Weltklimakonferenz.

Sein Hauptkanal ist die Internetseite www.örthmann.de. Ihr findet seine Videos aber auch auf Youtube und anderswo: Hier sind die ersten 4 Videos vom Örthmann, dessen Markenzeichen auch die Ansprache an uns ist: „Folks“. Mit lauttechnisch sehr feuchtem und verknickertem „S“.

Natürlich gibt’s auch einen Masterplan hinter dem Örthmann. Also ein Drehbuch. Das stammt aus der Feder des Öko-Kabarettisten Georg Bauernfeind und Österreichs kabarettistischer Nachwuchshoffnung Rudi Schöller. Für die Umsetzung ist die oberösterreichische Filmemacherin Juliana Neuhuber verantwortlich.

Wer ist der Örthmann in echt?

Der österreichische Kabarettist und Schauspieler Werner Brix hat dem Örthmann seinen Körper geliehen. Der Örthmann spricht also mit der Stimme vom Brix. Und guckt mit den Augen vom Brix Und hört mit den Ohren vom Brix. Und so weiter und so fort. Allerdings versteckt sich der Örthmann oft hinter einer Maske.

Brauchen die Welt den Örthmann?

Also auf seiner Seite bietet der Örthmann eine Plattform, um klimatechnische Missstände anzuprangern. Er hat dort kleine Eingabeformulare vorbereitet, mit deren Hilfe man sich direkt an Politiker wenden kann, zum Beispiel den örtlichen Bürgermeister oder den Herrn Minister Dr. Mitterlehner. Mit vorgefertigten oder eigenen Texten sagt man den Politikern dann, was man in Sachen Klimawandel ändern möchte.

Zum Beispiel „Keine Förderungen für neue Ölheizungen“. Der Örthmann redet hier Klartext:

„Sehr geehrter Herr Minister Dr. Mitterlehner,
die Klimaforschung sagt deutlich, dass wir Wege finden müssen, unsere Wirtschaft kohlenstoff-frei zu machen. Für die Raumheizung stehen schon jetzt klimafreundliche Alternativen zum Verheizen fossiler Energieträger zur Verfügung. Es hat fatale ökologische Folgen, wenn heute noch Ölheizungen eingebaut werden und damit Haushalte auf mehrere Jahrzehnte auf das Verbrennen von Erdöl festgelegt werden. Keinesfalls sollte es dafür auch noch finanzielle Anreize geben. Auch wenn die „Heizen mit Öl GmbH“ private Fördermittel vergibt, so wird das Förderprogramm dennoch durch die Zusammenarbeit mit Ihrem Ministerium – auf das sie sich beruft – politisch legitimiert. Wir ersuchen Sie deshalb dringend,
1. sich öffentlich vom Förderprogramm „Heizen mit Öl“ zu distanzieren und entsprechende Vereinbarungen zu kündigen.
2. eine Verlängerung des Programms über 2016 hinaus keinesfalls zu akzeptieren und den Einbau von neuen Ölheizungen schon vor 2018 nicht mehr als Energieeffizienzmaßnahme gelten zu lassen.
3. sofort ein Verbot von neuen Ölheizungen im Neubau und mittelfristig ein generelles Verbot nach dänischem Vorbild anzustreben.
Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung!“

Und Klartext brauchen wir mehr denn je. Und wir brauchen solche Supermänner im Dienste der grünen Sache. Finde ich. Und was sagt Ihr so zum Örthmann?

Fotos: Thomas Weilguny