Wir präsentieren Euch heute den „Handwerker des Monats März“. Unser Mann heißt Andreas Moscheik und hat seinen Betrieb Moscheik Sanitär, Heizung, Solar in der Alfred-Klanke-Straße 9 in 58239 Schwerte. Im Interview berichtet der Installateur und Heizungsbaumeister, wie er zur Solarthermie kam, was ihn antreibt und wo der Schuh im Alltag mitunter drückt. Genug der Vorrede, das Wort hat: Andreas Moscheik!

Andreas Moscheik, beschreiben Sie bitte kurz Ihren Betrieb! Wie kamen Sie zu dem Beruf und was gefällt Ihnen daran?

Unser Familienbetrieb mit zurzeit vier Mitarbeitern wurde von mir 1998 gegründet. Ich bin Installateur in der vierten Generation und daher schon erheblich vorbelastet. (lacht) Schon während der Lehre war mein Ansinnen nach energieoptimalen Systemen ausgerichtet, die es damals aber nur marginal gab. Durch meinen Job habe ich nun die Möglichkeit, der Welt ein wenig zu helfen.

Das gab's hier auch noch nicht: Der Firmensitz Moscheik als Google-Earth-Luftbild mit "strahlenden" CPC-Solarthermie-Kollektoren. Foto: A. Moscheik

Das gab’s hier auch noch nicht: Der Firmensitz Moscheik in Schwerte als Google-Earth-Luftbild mit „strahlenden“ CPC-Solarthermie-Kollektoren. Foto: A. Moscheik

Wie kommt’s, dass das Thema Solarthermie auf der Liste Ihrer Dienstleistungen/Services steht?

Gegenfrage: Wieso sollte ich die wichtigste Energiequelle der Menschheit außer Acht lassen?

Diese Energieform steht bei mir ganz oben!

Meiner Meinung nach gehören fossile Energiequellen verboten, weil wir die Lebensgrundlage unserer nachfolgenden Generationen damit zerstören. Es ist pervers, dass wir es uns leisten, Erdöl zu verbrennen oder mit Strom Wärme zu erzeugen. Die Kriege und Flüchtlingssituationen, die wir zurzeit erleben, würde es mit komplett ausgenutzter Sonnenenergie nicht geben. Es ist die einzige „Friedensenergie“, die wir haben!

Der Firmensitz Moscheik mit Solarthermie-Kollektoren - dieses Mal vom Boden aus fotografiert. Foto: A. Moscheik

Der Firmensitz Moscheik mit Solarthermie-Kollektoren (3 x CPC 45) – dieses Mal vom Boden aus fotografiert. Foto: A. Moscheik

Sie sind Paradigma-Partner. Was sind die Gründe für diese Partnerschaft?

Paradigma mit seinen Handwerkern – das ist gelebte Partnerschaft. Zudem ist es ein Hersteller, der Wert auf Ökologie legt. Es gibt keinen anderen Hersteller, der es so ernst meint. Man hilft sich einfach gegenseitig, immer im Sinne des Kunden.

Unser Handwerker des Monats, Andreas Moscheik, hi. re., und sein Team. Foto: A. Moscheik.

Unser Handwerker des Monats, Andreas Moscheik, hi. re., und sein Team. Foto: A. Moscheik.

Beschreiben Sie uns bitte Ihr aktuelles Solarthermie-Projekt!

Aktuell ist kein produktives Projekt in Bearbeitung, u.a. auch der Jahreszeit bedingt. Wir arbeiten momentan an einem  Projekt in Planung. Es ist ein altes Bauernhaus / Hof, welches mit Solarthermie und Holzpellets ausgerüstet werden soll.

Im Dezember haben wir ein Flachdach mit Solarkollektoren bestückt:

Das Dezember-projekt von Andreas Moscheik: Die Aufständerung einer Solarthermie-Anlage auf einem Flachdach. Foto: A. Moscheik

Das Dezember-Projekt von Andreas Moscheik: Die Aufständerung und Installation einer Solarthermie-Anlage auf einem Flachdach. Foto: A. Moscheik

Welches der von Ihnen bisher realisierten Solarthermie-Projekte ist Ihr Lieblingsprojekt und warum ist es das?

Es ist die Anlage eines Kundenpaares, welches zum damaligen Zeitpunkt bereits über 80 Jahre alt war. Das Ehepaar bekam von uns eine Solarheizung mit Optima-Speicher und Pelletti. Ich fragte ihn, ob die Investition für seine Kinder wäre. Die Antwort war: „Wir haben keine Kinder!“  Ups, habe ich mich gefragt, was kommt nun?

Er hat mir dann klipp und klar gesagt, er hätte keine Lust mehr, sich um seine Energie-Art in Zukunft Sorgen zu machen und hat es bis heute nicht bereut. Dann steckte er mir schelmisch zu, dass er sich jedes Mal freue, wenn sein Nachbar Heizöl tanke.

(Wir stellen diese Anlage in Kürze als Projekt 2 des Monats näher vor! – Anmerkung der Redaktion)

Beschreiben Sie uns bitte Ihr größtes Erfolgserlebnis in Sachen Solarthermie!

Das war eine Anlage, die wir 2014 gebaut haben. Der Kunde (Fossil-Heizer) hat bei uns eine Solaranlage angefragt. Den Vorteil der Brennglaskollektoren hat er recht schnell verstanden. Ich erklärte ihm auch den Unterschied zwischen den Aqua-Plasma- und Star-Kollektoren von Paradigma. Letztendlich kam es dann zum Auftrag der zehn Quadratmeter Plasma-Kollektoren inklusive Expresso-Speicher.

Als ich einige Wochen später nochmals beim Kunden im Heizungskeller war und mir die Erträge angesehen habe, rutsche mir ein „Sch…“ heraus, welches der Kunde bedauerlicher Weise mitbekam. Er stellte mich zur Rede, was denn so schlecht wäre. Ich antwortete: „Meine eigene Anlage, die eigentlich gar nicht so schlecht ist (immerhin ein Aqua-System von 2006)!“  Ich sagte ihm dazu, dass ich meine eigene Solaranlage und deren Leistung sowie die einiger anderer Kunden kennen würde. Aber seine Anlage hätte mit Abstand bisher die höchste Leistung.

Daraufhin sagte mein Kunde zu mir: „Packen sie mir bitte noch einen Kollektor drauf, Herr Moscheik!“ (Eigentlich ärgerlich, da sein Ölvorrat kaum schwindet! … lacht) Aber der Kunde ist König und superglücklich! …und den PELLETTI Touch bekommt er dann halt etwas später.

Und wo drückt der Schuh im Alltag?

… der Schuh drückt bei: Solar und Solar

Die wenigsten verstehen den Unterschied zwischen Strom und Wärme. Selbst manche Bundestagsabgeordnete (zumindest hier aus der Region) begreifen den Unterschied nicht. In Deutschland ist Solar gleich Strom. Meine Hoffnung ist, dass unsere Bundesregierung endlich begreift, dass die Bundesbürger für ihre Wärme am meisten bezahlen müssen. Die ersten Ansätze sind ja da.

Und welche Hürden sind im alltäglichen Umgang mit Solarthermie gegebenenfalls besonders hoch beziehungsweise schwer zu nehmen?

… die Hürde ist aus meiner Sicht flach oder rund

Auch hier wurde seitens der großen Hersteller gute Lobby-Arbeit geleistet: Warum in Österreich und Deutschland die Förderung nach Quadratmeter erfolgt, hat sich mir nie richtig erschlossen. Manche glauben halt immer noch, die Welt ist eine Scheibe.

Der rückläufige Absatz, an dem nicht nur die Hersteller zu knacken haben, macht mir Angst. Wenn wir in der Solarthermie-Branche solche Lobby-Unterstützung bekämen wie die Wärmepumpenhersteller, wären wir und unsere Bevölkerung ganz weit vorne. Hoffentlich kann Moritz Ritter etwas bewegen.

Und hier noch die Komponenten zur Solarthermie-Anlage auf dem Firmensitz Moscheik (unter Dach und Fach sozusagen). Foto: A. Moscheik

Und hier noch die Komponenten zur Solarthermie-Anlage auf dem Firmensitz Moscheik (unter Dach und Fach sozusagen). Foto: A. Moscheik

Was wünschen Sie sich für Ihren Solarthermie-Job?

Mehr Verständnis bei den Bürgern, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Zum einen ein SUV vor der Haustür und zum anderen die Fossilheizung im Keller. Die Enkel werden es ihnen danken! Ich wünsche mir mehr echte Aufklärung seitens der Bundesregierung.

Und was halten Sie von neuen Kollektorertragslabel und wie hilft es Ihnen in der Praxis?

Das war schon lange fällig. Meiner Meinung nach perfekt. Dann sieht der Kunde auch gleich, wieviel PS seine Solarheizung wirklich hat! Es soll ja Solarthermie-Anlagen von anderen Herstellern geben, die einen Trabi-Motor unter der Silberpfleilverkleidung haben (lacht). Nun kann endlich fair verglichen werden!

Bei der letzten Anlage war das Label  ausschlaggebend dafür, dass der Kunde den Plasma- statt Star-Kollektor genommen hat. Leistung kann keine Sünde sein!

Vielen Dank, Meister Moscheik, dass Sie uns Rede und Antwort gestanden haben!

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Wenn Sie wie Andreas Moscheik glühender Kämpfer für die Wärmewende und noch dazu Paradigma-Partner sind, schreiben Sie uns bitte eine kurze E-Mail an: office@nullecoquent-positions.com“! Schildern Sie darin in ein paar Sätzen, was Sie antreibt und warum sie so gerne Solaranlagen bauen. Bitte schreiben Sie auch Ihre zwei Lieblingsprojekte dazu. Wir schauen uns das gemeinsam mit dem Gebietsmanager an und melden uns.

Fotos: A. Moscheik