Wie ihr wisst, sind wir in den letzten Wochen dabei die Aufmerksamkeit der österreichischen Leser auf die neue Sonnenhausförderung zu lenken. Wir suchen noch schnellentschlossene Bauherren, die ihr Haus mit 70% Sonnenenergie versorgen und so langfristig ihre Heizrechnung um 70% senken möchten. Herr Staudigl ist auch schon fleissig dabei die Anfragen zu bearbeiten und wer jetzt noch wirklich ganz schnell sein will, sollte sich unter office@nullecoquent-positions.com melden.

Wir nutzen diesen Aufruhr aber natürlich auch um generell über die Idee des Sonnenhauses zu informieren und haben heute einen wichtigen Vertreter vor der „ virtuellen Linse“. Peter Stockreiter ist der Geschäftsführer der Initiative Sonnenhaus Österreich und wir sprechen heute mit ihm über dieses Thema:

Herr Stockreiter, wie kam es eigentlich dazu, dass die Initiative Sonnenhaus in Österreich gegründet wurde und wie kam es dazu, dass Sie Geschäftsführer wurden?

Die Gründung der Initiative Sonnenhaus Österreich hat ihre Ursprung sicher in der EU Gebäuderichtlinie zu suchen, die vorgibt, dass ab 2020 nur mehr sogenannte nearly zero energy building gebaut werden dürfen. Und zwar sollen dies Gebäude mit einem besonders niedrigen Gesamtenergieeffizienzfaktor sein, welcher bei Sonnenhäusern durch den Einsatz von erneuerbarer Energie in Form von Solarwärme und Biomasse besonders niedrig ist.

Durch meine langjährige Tätigkeit bei einem deutschen Kollektor- und Speicherhersteller und mit Erfahrung im Bereich Sonnenhaus in Deutschland wurde ich von den Gründungsmitgliedern als Geschäftsführer der in Gründung befindenten Initiative, vorgeschlagen und bestellt.

Im April hat der Klimafonds aus meiner Sicht ziemlich überraschend die Förderung der Sonnenhäuser in Angriff genommen. Wie kam es dazu und wie hat die Branche reagiert?

Es ist uns in Zusammenarbeit mit anderen Initiativen/Verbänden gelungen die verantwortlichen Stellen von der Sinnhaftigkeit dieser Technologie „Sonnenhaus“ zu überzeugen, die wissenschaftliche Bewertung des Sonnenhaus Konzeptes durch das vom Umweltministerium beauftragte Energieinstitut Vorarlberg hat die Gleichwertigkeit mit dem Passivhaus bestätigt und somit eine Förderung gerechtfertigt.

Die Solarbranche war von den Aktivitäten sicher beeindruckt und sehr froh das Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Bauen geschaffen wurden.

 Die Anmeldungen sind ja bis jetzt angeblich eher verhalten, woran liegt das ihrer Meinung nach?

Die überraschende Ankündigung lies für den Bauherrn keine Vorausplanungen ihrer Sonnenhäuser zu, da keine Förderkriterien bekannt waren und zudem als Nachweis für den HWB (Heizwärmebedarf) ein privates aus Deutschland stammendes Berechnungsprogramm ohne österreichische Normen nämlich das PHPP vorgeschrieben wurden, was eigentlich nur als Nachweis für Passivhäuser dient.

70% solare Deckung, das ist eine ziemliche Herausforderung. Ist die österreichische Solarbranche bereits so weit und wie ist das generell schaffbar?

Die österreichische Solarbranche stellt schon seit längerer Zeit Kollektoren und dazu passende Komponenten her die eine Solare Deckung in diesen Größenordnungen erreichbar macht, natürlich muss man auch erwähnen, das sich die Baukomponenten wie etwa der Ziegel und andere in ihren U-Werten wesentlich verbessert haben und daher auch niedrigere HWB`s erreicht werden.

Schaffbar sind solche Solaren Deckungen indem das Zusammenspiel von der Qualität der Gebäudehülle, Ausrichtung und Lage der Kollektoren und Speicher (Wasserspeicher oder Bauteilaktivierung) optimal aufeinander abgestimmt sind.

Was ist ihres Wissens nach der höchste solare Deckungsgrad der bislang erreicht wurde?

Es gibt bereits einige Häuser mit Deckungsgraden von 100%, es ist bei diesen hohen Solaren Deckungen aber immer auf Kosten Nutzen zu achten und der Wunsch des Bauherrn zu berücksichtigen.

Foto: Stockreiter