Unser Handwerker des Monats Oktober kommt aus meiner Heimatstadt, der Freien und Hansestadt Hamburg – das Interview mit ihm ist quasi ein Heimspiel. Dass ich hier den Stadttitel so betone, geschieht aus gutem Grund, denn unser Handwerksmeister Olaf Rave verfolgte vor mehr als 20 Jahren mit seiner Betriebsgründung ein erklärtes Ziel – welches, das wird er uns gleich verraten. Ich sag nur so viel: Es hat mit Freiheit und Handwerk zu tun! Lest am Besten selbst!

Doreen Brumme für Ecoquent Positions: Moin, Moin, Olaf Rave! Beschreiben Sie bitte kurz Ihren Betrieb!

Olaf Rave: Moin, Moin. Wir sind ein kleiner Familienbetrieb, Rave & Kuberg GmbH, mit Firmensitz in Quickborn bei Hamburg, der von mir und Maik Kuberg am 10. Juli 1995 in Hamburg gegründet wurde. Als wir beide uns 1995 zur Selbständigkeit entschieden, hatten wir nur zwei alte VW-Busse und unsere Werkzeugkisten … Das war nicht viel, aber wir hatten ein erklärtes Ziel und das hieß: „Wir wollen unser eigener Herr werden.“

Und das sind Sie bis heute! Wie viele Leute arbeiten derzeit bei Ihnen im Betrieb?

Zur Zeit sind wir vier Monteure – und unsere gute Seele im Büro, die Frau Marika Kuberg.

Welche Dienstleistungen bieten Sie an?

Wir haben unseren Betrieb von Anfang an auf die komplette Wärmetechnik, das ist sozusagen mein Part, samt der Erneuerbaren mit Schwerpunkt auf Holz und Sonne ausgerichtet. Ölheizungen bauen wir seit 2000 konsequent nicht mehr ein. Ein anderer Bereich ist der Bäderbau, den Maik Kuberg komplett aus einer Hand bietet. Unser Kerngebiet ist nach wie vor Hamburg und inzwischen das Umland im Nord-Westen von Hamburg.

Wie kamen Sie zu Ihrem Beruf und was gefällt Ihnen daran?

Mein Vater hat damals im selben Bereich gearbeitet und so habe ich schon sehr früh mitgeholfen und mit ihm zusammen gearbeitet. Ich habe dann 1985 meine Ausbildung zum Installateur in Hamburg  gemacht und im Anschluss meinen Meister in der Abendschule gebaut, damit war ich 1993 fertig. Was mir auch heute noch an meinem Beruf gefällt, sind der fast tägliche Umgang mit neuen Menschen und die immer wieder neuen Aufgaben an jeder Anlage – und an jedem Kunden.

Wie kommt’s, dass das Thema Solarthermie auf der Liste Ihrer Dienstleistungen steht?

In der Meisterschule in Hamburg hatte ich den ersten Kontakt zu Paradigma und von da an stand für mich fest, dass ich etwas mit der Sonne bewegen will. Und somit hieß die Firma am Anfang „Rave & Kuberg GBR – Sanitär und Solartechnik“, bis wir circa 1998 eine GmbH wurden und sich damit auch unser Logo änderte, das bis heute Bestand hat. Seit 2000 sind wir TFG-Mitglied  und damit war Paradigma bei uns fest verankert.

Können Sie für alle Nichteingeweihten bitte kurz erklären, wofür TFG steht?

Klar. Der TFG e.V. ist ein Verbund der besten Fachbetriebe für Energie aus Sonne und Holz: Bundesweit gibt’s derzeit rund 180 Mitgliedsbetriebe.

Dankeschön!

Da nich für!

Olaf Rave, Sie sind Paradigma-Partner. Was sind die Gründe für diese Partnerschaft?

Bei Paradigma wird Partnerschaft gepflegt und die Menschen, die dort arbeiten, sind einfach anders – sie leben das Thema „Solar“. Das mag jetzt für einen Hamburger ungewöhnlich gefühlvoll klingen, sagt man uns doch eher ein kühleres Temperament nach, aber: Selbst alle Höhen und Tiefen könnten uns von Paradigma nicht abbringen. Es ist das Produkt und die Menschen, die es wert sind, mit Ihnen zusammen zu schaffen.

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Beschreiben Sie uns bitte Ihr aktuelles Solarthermie-Projekt!

Das ist das Projekt der Familie Thormählen. Das hat sich aus einem BHKW-Rückbau (BHKW steht für Blockheizkraftwerk – Anmerkung der Redaktion) der Firma Lichtblick ergeben. Hier haben wir schon einmal Anfang des Jahres ein Anlagenkonzept für einen BHKW-Rückbau der Firma Lichtblick erarbeitet und nun war es die Referenz. Wichtig war, nach dem Rückbau der BHKW-Anlage ein tragbares Konzept mit Sonne und Gasbrennwerttechnik umzusetzen. Für unseren Endkunden spielte es eine große Rolle, nicht nur eine normale Gasheizung zu bauen, sondern die Sonne sinnvoll mit einzubinden. Ganz klar: ein Fall für das Paradigma-Aqua-System.

Das klingt spannend, stellen Sie uns das Projekt demnächst als eins Ihrer beiden Projekte des Monats näher vor?

Gerne!

Welches der von Ihnen bisher realisierten Solarthermie-Projekte ist Ihr Lieblingsprojekt und warum ist es das?

Jedes Projekt ist mein Lieblingsprojekt, ich mache auch keinen Unterschied zwischen groß und klein. Mein Kunde muss sich wohlfühlen mit dem, was er bei sich tut. Und dann sind meist beide Seiten glücklich.

Beschreiben Sie uns bitte Ihr größtes Erfolgserlebnis in Sachen Solarthermie!

Dass wir jetzt die BHKW-Anlagen der Firma Lichtblick ablösen und ein Paradigma-System einbauen, finde ich schon richtig Klasse. Wir haben aber auch Autowaschstraßen mit Paradigma Solar ausgerüstet und … ach, es gibt ganz viele Erfolgserlebnisse.

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Und wo drückt der Schuh im Alltag? Welche Hürden sind im alltäglichen Umgang mit Solarthermie gegebenenfalls besonders hoch beziehungsweise schwer zu nehmen?

Was ich nicht mehr hören kann, ist: „Und: Rechnet sich Solar?“ Also da klappt sich bei mir der Zopf hoch! Ganz ehrlich: Was machen Menschen nicht alles, was sich nicht rechnet! Und da wird auch nicht so viel hinterfragt! Ich sage zum vieldiskutierten Thema Förderung: Hin oder her, die kann mal Segen sein, mal Fluch.

Und wie gehen Sie mit solchen Themen im Alltag um?

Ach, ich mache mir nicht mehr so viel Gedanken … Ich lasse das nicht mehr zu nah an mich heran kommen. Ich will einfach nur meinen Job gut machen und meinen Kunden einen Mehrwert leisten. Wer das nicht erkennt, der ist nicht mein Kunde.

Das ist mal eine klare Ansage! Olaf Rave, was wünschen Sie sich für Ihren Solarthermie-Job?

Einfach tolle Kunden, die verstehen, was wir machen und dafür dankbar sind.

Letzte Frage: Was halten Sie vom neuen Kollektorertragslabel und wie hilft es Ihnen in der Praxis?

Ganz ehrlich?

Unbedingt!

Wir labeln uns noch kaputt in unserer Gesellschaft – muss ich noch etwas dazu sagen? Vielleicht so viel: Ich brauchte die Label noch nie und ich brauche sie auch in Zukunft nicht.

Vielen Dank, Olaf Rave, dass Sie uns hier so offen Rede und Antwort gestanden haben!

Fotos: Olaf Rave, Rave & Kuberg GmbH