Wie Ihr seht, räumen wir hier auf dem Blog immer wieder Platz für erfolgreiche Solarthermie-Projekte frei. Heute will ich Euch die Anlage auf dem Dach der Hauptwerkstatt der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) vorstellen. Sie ist seit Februar dieses Jahres in Betrieb und liefert der Lackiererei Solarwärme, um die frisch aufgetragenen Lacke von Bussen und Bahnen zu trocknen.

Und damit hinterher keiner kommt und sagt, das hier sei ja reine Werbung für die Unternehmen Paradigma und Ritter XL Solar, den sonnenseitigen Ablegern der Ritter Gruppe, die auch hinter unserem Blog hier steht, schreibe ich es vorweg immer wieder gerne klipp und klar: Wir bewerben hier Solarthermie als zukunftsträchtige Technologie zur Nutzung solarer Wärme anhand erfolgreicher Projekte. Das können sowohl „hausgemachte“ als auch Projekte anderer Unternehmen/Hersteller sein. Und mal ganz ehrlich und unter uns: Wir müssten blind, taub und des Schreibens unfähig sein, wenn wir die Chance nicht nutzen würden, die hauseigenen Solarthermie-Projekte vorzuzeigen. Denn die können sich sehen lassen. So wie das folgende:

Solarthermie-Anlage liefert Wärme zum Trocknen von Lacken für Busse und Bahnen. Foto: Ritter XL Solar

Solarthermie-Anlage liefert Wärme zum Trocknen von Lacken für Busse und Bahnen. Foto: Ritter XL Solar

Kölner Verkehrsbetriebe – betriebliche Fakten

Im linksrheinischen Stadtteil Köln-Weidenpesch ist seit 1923 die Hauptwerkstatt der Kölner Verkehrsbetriebe. Dort werden nur Arbeiten mit längeren Standzeiten erledigt. Das Gelände der Hauptwerkstatt ist 100.000 Quadratmeter (qm) groß. Es gibt verschiedene Meistereien, darunter die Meisterei Wagenausstattung, der wiederum die Lackiererei, die Sattlerei und die Schreinerei zugeordnet sind.

Die Kölner Verkehrsbetriebe haben sich 2013  Umweltleitlinien gesetzt und damit den Umweltschutz zur Unternehmensaufgabe gemacht. Zu den konkreten Zielen, die im Zuge dessen bis 2015 erreicht werden sollen, gehörte auch die Ausstattung der Hauptwerkstatt in Weidenpesch mit einer Solarthermie-Anlage. In der Lackiererei erhalten die Busse und Bahnen der KVB ein neues Aussehen. Um die Lacktrocknung möglichst öko-korrekt und zugleich wirtschaftlich zu gestalten, braucht’s jede Menge heiße Luft. Die entsprechenden Lufterhitzer werden mit Solarthermie beliefert.

Kölner Verkehrsbetriebe – solarerhitzte Luft trocknet Lack

Zur Solarthermie-Anlage auf dem Dach der Lackiererei: 48 Kollektoren vom Typ XL 50 P, das ist laut Martin Willige, projektverantwortlicher Key Account Manager bei Ritter XL Solar, zurzeit der leistungsstärkste Vakuumröhrenkollektor, ergeben zusammen 237 qm Bruttokollektorfläche. Sie liefern Wärme mit einer Solltemperatur von 70 Grad Celsius (Was wirklich nicht viele Systeme von sich behaupten können) an ein Speichersystem, das aus drei großen Pufferspeichern besteht, die jeweils 8.400 Liter Fassungsvermögen haben.

Eine Besonderheit dieser Kollektoren, so Martin Willige weiter, sei es, dass sie für den Einsatz bei Lackieranlagen wie bei der KVB in einer silikonfreien Ausführung lieferbar sind. Auf meine Frage, welchen Ertrag die Solarthermie-Anlage der Lackiererei erbringe, antwortet mir der Experte: „Auch wenn Köln und Umgebung nicht gerade zu den sonnenverwöhntesten Regionen Deutschlands zählen und gleichwohl mit der Installation der Anlage nur eine West-Südwest-Ausrichtung realisiert werden konnte, können die KVB mit einem Jahresertrag von mindestens 80 MWh rechnen, was einem unter diesen Umständen sehr guten spezifischen Ertrag von mindestens 355 kWh/qm pro Jahr entspricht“.

Martin Willige berichtete mir außerdem, dass die KVB hoch zufrieden mit ihrer Solarthermie-Anlage seien und das ist das Allerwichtigste!

Fotos: Ritter XL Solar (2)