In loser Folge wollen wir hier auf dem Blog das ein oder andere erfolgreiche Solarthermie-Projekt vorstellen – in hausgemachter Qualität sozusagen. Da hinter dem Blog hier die Sonnenseite der Ritter Gruppe mit den Firmen Ritter XL Solar und Paradigma steht, liegt es nahe, auf deren Projekte  aufmerksam zu machen. Was nicht heißen soll, dass wir andere Projekte links liegen lassen. Wer uns regelmäßig liest, weiß das.

Damit nun aber niemand das hier in den falschen Hals bekommt, schreibe ich es vorweg noch einmal Schwarz auf Weiß auf: Solarthermie braucht Öffentlichkeit! Ohne das Darüberreden und Darüberschreiben kommen Infos zur Solarthermie weder an der „laut umworbenen und staatlich massiv geförderten“ Photovoltaik vorbei noch beim Verbraucher an. Und was macht mehr Sinn, als erfolgreiche Solarthermie-Projekte vorzustellen?

Fitnesspark Stuhr – bauliche Fakten

Der Fitnesspark, um den es hier geht, wurde 2013 in Stuhr-Brinkum errichtet. Stuhr ist eine selbständige 33.000-Seelen-Gemeinde im Norden des niedersächsischen Landkreises Diepholz. Sie schließt grenzt südlich an die Hansestadt Bremen an. Nach knapp neun Monaten Bauzeit wurde der Fitnesspark an der Bremer-Straße in Stuhr am 1. Dezember 2013 eröffnet. Auf einer Grundfläche von 2.500 Quadratmetern (qm) befinden sich:

  • ein großer Trainingsbereich mit zwei Milon-Zirkeln,
  • eine Galerie mit Cardiogeräten,
  • zwei große Kursräume,
  • ein Spinningraum
  • sowie ein großzügiger Umkleide- und Wellnessbereich mit drei Saunen einschließlich Außenbereich.
Komponenten der Solarthermie-Anlage des Fitnessparks Stuhr: zwei wandhängende Gasbrennwertkessel. Foto: Ritter Solar XL

Komponenten der Solarthermie-Anlage des Fitnessparks Stuhr: Zwei wandhängende Gasbrennwertkessel. Foto: Ritter Solar XL

Fitnesspark Stuhr – ökologische Fakten

Der Fitnesspark Stuhr gehört zur Fitness Park Gruppe Bremen, die neben dem hier beschriebenen Projekt noch drei weitere Fitnessparks betreibt. Architekt des Gebäudes ist Detlev Rohr. Laut der Beschreibung auf der Homepage der beichler+rohr GmbH & Co. KG sorgen:

  • „eine moderne Gebäudetechnik mit intelligenter Steuerungstechnik,
  • ein Niedrigtemperatur-Heizungssystem,
  • LED-Beleuchtungstechnik
  • und eine kompakte Bauweise mit einer guten Dämmung des Gebäudes“

für einen geringen Energieverbrauch.

Und auch das schlägt sich positiv auf der Ökobilanz nieder: Das gesamte Regenwasser werde demnach auf dem Grundstück versickert. Für die Bewässerung der Grünflächen nutze man ausschließlich Grundwasser. Ebenfalls öko-korrekt: „Fast alle verwandten Baustoffe sind recycelbar und durch eine freitragende Konstruktion und modulare Bauweise sind Nutzungsänderungen problemlos möglich.“

Solarthermie-Anlage des Fitnessparks Stuhr: 20 Vakuumröhrenkollektoren, die eine Bruttokollektorfläche von 99 Quadratmetern ergeben. Foto: Ritter XL Solar

Solarthermie-Anlage des Fitnessparks Stuhr: 20 Vakuumröhrenkollektoren, die eine Bruttokollektorfläche von 99 Quadratmetern ergeben. Foto: Ritter XL Solar

 

Solarthermie heizt Duschwasser im Fitnesscenter

Das warme Wasser, täglich immerhin bis zu 7.500 Liter, das mit 40 Grad Celsius aus den Duschköpfen der Anlage strömt, wird Großteils von der Sonne erwärmt. Die dazu nötige Solarthermie-Anlage umfasst 20 Vakuumröhrenkollektoren, die zusammen genommen eine Bruttokollektorfläche von 99 Quadratmetern  ergeben. Laut Martin Willige, verantwortlicher Key Account Manager bei Ritter XL Solar, ist die Solarthermie-Anlage das Highlight der hochmodernen Heizungsanlage. Ihre weiteren Komponenten sind:

  • zwei wandhängende Gasbrennwertkessel mit je 85 kW Leistung,
  • zwei Pufferspeicher mit je 2.000 Litern Inhalt und einem 500-Liter-Schichtenspeicher für die effektive und hygienische Warmwasser-Bereitstellung.
Komponenten der Solarthermie-Anlage des Fitnessparks Stuhr: Zwei Pufferspeicher mit je 2.000 Liter fassungsvermögen. Foto: Ritter Solar XL

Komponenten der Solarthermie-Anlage des Fitnessparks Stuhr: Zwei Pufferspeicher mit je 2.000 Liter fassungsvermögen. Foto: Ritter Solar XL

Die Geräte stammen sämtlich von Paradigma, der Schwesterfirma von Ritter XL Solar in der Ritter Gruppe. Sie wurden von der Firma Schreiber aus Rotenburg an der Wümme installiert, die ein Partner-Handwerker von Paradigma ist.

Der Jahresertrag der Solarthermie-Anlage wird laut Martin Willige bei ungefähr 42 MWh liegen. Den spezifischen Kollektorertrag schätzt der Experte auf ungefähr 430 kWh/qm jährlich.

Auf meine Nachfrage, welches Feedback er denn nach knapp 10 Monaten seitens der Betreiber des Fitnessparks Stuhr bekommen hätte, sagte mir Martin Willige: „Die Betreiber sind hoch zufrieden mit ihrer Solaranlage, der Inhaber des Fitnessstudios plant schon das nächste Projekt.“

EIn Display zeigt den Besuchern des Fitnessparks Stuhr die aktuelle Leistung der Solarthermie-Anlage an. Foto: Fitnesspark Stuhr

EIn Display zeigt den Besuchern des Fitnessparks Stuhr die aktuelle Leistung der Solarthermie-Anlage an. Foto: Fitnesspark Stuhr

Und dabei gibt Martin Willige zu bedenken, dass das Fitnessstudio ja eine Neueröffnung sei. Und die Besucherzahlen deshalb erst nach und nach steigen würden. Ebenso die Zahl derjenigen, die dort duschen. Laut Willige sei die Solarthermie-Anlage also noch nicht ausgelastet und häufig im Stillstand. Was durchaus zu einem Problem werden könnte, wenn die Solarthermie-Anlage konventioneller Art wäre – und mit einem Glykolgemisch betrieben würde. „Für unsere Solarthermie-Anlage ist der zeitweise Stillstand jedoch unproblematisch, da wir mit einem Wassersystem arbeiten (AquaSystem-Technologie – Anmerkung von mir) und das Wasser durch den häufigen Stillstand keinen Schaden nimmt.“

Fotos: Ritter Solar XL (4), Fitnesspark Stuhr (1)