Ich darf Euch hier vorstellen: Daniel Jansen, Installateur- und Heizungsbaumeister aus Gieleroth im Landkreis Altenkirchen im Westerwald (Rheinland-Pfalz) – unser Handwerker des Monats September! Im Interview berichtet Daniel Jansen, was ihn im Heizungs-Handwerk derzeit bewegt und warum sein Herz für die Solarthermie schlägt.

Doreen Brumme für Ecoquent Positions: Daniel Jansen, beschreiben Sie uns bitte Ihren Betrieb!

Daniel Jansen: Meine Eltern, Norbert und Cornelia Jansen, gründeten unseren Betrieb „Haustechnik Jansen – Heizung, Bäder, Solar“ am 1.Juli 1983. Wir sind ein Familienunternehmen, das von Beginn an ecoquent (lacht) ausgerichtet wurde. Wir arbeiten heute in den Bereichen Biomasse, Gasbrennwert, Speicher und Solar.

Wir betätigen uns in einem Umkreis von etwa 40 Kilometern rund um unseren Firmensitz in Gieleroth im Westerwald. So gewährleisten wir mit unserem Innungs- und Meisterbetrieb auch im Ernstfall einen schnellen Service.

Wie kamen Sie zu Ihrem Beruf?

Ich bin natürlich vorbelastet durch den elterlichen Betrieb. Mein Vater Norbert Jansen ist seit 1979 Gas- und Wasserinstallateurmeister, dessen Herz für das Handwerk schlägt. Das hat wohl abgefärbt. Ich habe 1996 im Familienbetrieb meine Ausbildung begonnen und 2006 hier meine Meisterprüfung gemacht. Es fasziniert mich immer wieder, etwas mit den eigenen Händen zu erschaffen, das unseren Kunden einen hohen Nutzen beziehungsweise Vorteile bringt. Mein Beruf ist vielseitig und spannend. Ich erlebe jeden Tag wieder etwas Neues und stehe vor einer Herausforderung, die es zu lösen gilt. Ich engagiere mich ehrenamtlich für das Handwerk: Ich sitze als Mitglied im Meisterprüfungsausschuss der Handwerkskammer Koblenz.

Wie wurde die Solarthermie Teil Ihrer Dienstleistungen?

Ehrlich gesagt haben wir die Technologie bis 2005 sogar abgelehnt, da wir den bislang üblichen Wärmeträger (Gemisch aus Wasser und Frostschutzmittel Glykol) problematisch einschätzten. Als der Hersteller Paradigma 2005 seine Aqua-Systeme vorstellte, waren wir sofort von den Produkten überzeugt – und sind es bis heute.

Was bedeutet Ihnen Solarthermie?

Solarthermie ist die sauberste Energie – daher sind wir Überzeugungstäter in diesem Bereich. Es ist faszinierend, welche enorme Kraft in der Sonne steckt und wie man ihre Energie nutzbar machen kann, wenn man die geeignete Technik zur Hand nimmt.

Sie sind Paradigma-Partner. Was sind die Gründe für diese Partnerschaft?

Dafür haben wir mehrere gute Gründe:

  1. Weil Paradigma in allen Segmenten die innovativsten, effizientesten und hochwertigsten Produkte im Programm hat.
  2. Weil wir überzeugt sind, dass nur mit besten Produkten eine langfristige Kundenbindung realisierbar ist.
  3. Weil die Chemie einfach stimmt.
  4. Weil wir als Handwerksbetrieb bei Paradigma nicht nur irgendeine Nummer sind.
  5. Weil wir „Paradigma“ und „Ecoquenz“ leben. Das grüne „e“ aus „ecoquent“ ist Teil unseres Firmenlogos.

Welches der von Ihnen bislang realisierten Solarthermie-Projekte würden Sie als Ihren größten Erfolg bezeichnen?

Tja, da eins herauszupicken, fällt mir ehrlich gesagt, schwer: Jede von uns bisher installierte Solaranlage ist ein Erfolg – nicht nur für uns Handwerker, sondern auch für unsere Kunden.

Unser Handwerker des Monats, Daniel Jansen, rechts, mit seinem Vater Norbert, beide Meister des Fachs. Foto: Haustechnik Jansen

Unser Handwerker des Monats, Installateur- und Heizungsbaumeister Daniel Jansen, rechts, mit seinem Vater Norbert, der als Gas- und Wasserinstallateurmeister den Familienbetrieb Haustechnik Jansen in Gieleroth begründete. Foto: Haustechnik Jansen

Haben Sie denn ein Lieblingsprojekt und warum ist es das?

Die Frage ist leicht zu beantworten! Mein eigenes Solarthermie-Projekt! Ich habe mir und meiner Familie im Jahr 2011 ein Passivhaus gebaut. Das beheizen wir mit mehr als zehn Quadratmetern Aqua-Plasma-Kollektoren, mit Hilfe eines Pufferspeichers Aqua Expresso 630, beides von Paradigma, sowie mit einem Pelletofen (Wodtke ivo.tec).

Die Solarthermie-Anlage liefert uns von April bis in den Oktober hinein 100 Prozent der erforderlichen Energie zum Heizen und für die Bereitstellung von Warmwasser. Den Rest besorgt der Pelletofen mit einem Pelletverbrauch von bisher etwa 800 Kilogramm im Jahr. Ich bin selbst immer wieder aufs Neue erstaunt, was die Solaranlage hier leistet.

Haben Sie Lust, uns das Projekt demnächst ausführlicher vorzustellen?

Das mache ich gerne!

Wo Sonne ist, ist auch Schatten: Daniel Jansen, wo drückt denn der Schuh im Alltag? Welche Hürden sind im alltäglichen Umgang mit Solarthermie gegebenenfalls besonders hoch beziehungsweise schwer zu nehmen?

Eine Hürde sind nach wie vor falsch informierte Verbraucher: Viele wissen nicht, was Photovoltaik und Solarthermie sind, wie sich die Solartechnologien unterscheiden, wie sie sich technisch realisieren lassen und welche Vor- und Nachteile sie jeweils bringen.

Auch die über Jahre hinweg fehlgeleitete Förderung von Solarthermie stur nach Fläche und nicht nach Effizienz beziehungsweise Ertrag würde ich an dieser Stelle nennen.

Nicht zuletzt begegnet uns Handwerkern noch immer häufig der Irrglaube, dass Solar sich nicht lohne.

Was antworten Sie darauf?

Ich sage: Es lohnt sich immer, es kommt allerdings auf die Technik an, die man einsetzt.

Was wünschen Sie sich für Ihren Solarthermie-Job?

Ich wünsche mir, dass die Leute endlich das Potenzial erkennen, das in der Kraft der Sonne steckt, und endlich realistische Energiepreise für fossile Brennstoffe und Strom.

Letzte Frage: Was halten Sie vom neuen Kollektorertragslabel und wie hilft es Ihnen in der Praxis?

Das Kollektorertragslabel ist eine sehr gute Sache, wir sind absolute Befürworter. Denn damit wird endlich mal das Thema Effizienz / Ertrag von Solarkollektoren „sichtbar“. Ich denke allerdings auch, dass es wohl noch etwas dauern wird, bis das Kollektorertragslabel der breiten Öffentlichkeit bekannt wird – aber der Anfang ist gemacht. Von uns gibt’s dafür: Daumen hoch!

Vielen Dank, Daniel Jansen, dass Sie sich für unser Gespräch die Zeit genommen haben!

 

Foto: Daniel Jansen