Unser letztes Handwerker des Monats Projekt hat besonders viel Aufmerksamkeit erregt. Die gewagte Zeile: Energieeinsparung von 48% hat sogar mich etwas stutzig gemacht, zudem es sich um eine eher kleine Solarthermieanlage von knapp 10m2 gehandelt hatte. Bevor ich also den Artikel online stellte, wollte ich mich bei unserem Handwerker nochmal persönlich versichern, dass die Werte stimmen und da ich nach dem superfreundlichen Gespräch um einiges schlauer war, möchte ich auch euch diese Informationen nicht vorenthalten. Unser Handwerker Herr Bulter, der die Heizung von den Scotlands so vorbildlich saniert hatte, hat mir umfassende Informationen zur Verfügung gestellt und wir können mit Echtwerten alles nachprüfen. Die Abrechnung liest sich wie eine Geschichte durch die letzten 30 Jahre Energiewirtschaft.

Dachsanierung schafft schon mal 1000 l Einsparung an Öl

An dieser Rechnung sieht man einerseits wie billig Öl in den 80er und 90er Jahren war und andererseits, dass die Dachsanierung auch schon eine starke Einsparung von etwa 20% gebracht hat, da in manchen Jahren mehr als 5000 l Heizöl verbraucht wurde und danach immer deutlich unter 4000 l, auch wenn die Jahresaufzeichnungen leider nicht immer ganz jahresgenau sind.

Energiekostenabrechnung

Aber nun zum eigentlichen Thema. Die Frage war, ob durch die Heizungsumstellung tatsächlich fast 50% der Energiekosten eingespart werden konnten.

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Die Antwort ist ein klares Ja, obwohl sich glaub ich ein kleiner Tippfehler eingeschlichen hat. Nach der Umstellung sind es ja nicht mehr „Liter“ Verbrauch, sondern kg Pellets.

1 L Heizöl entspricht ca. 2 kg Pellets und 10 kWh Verbrauch

Und wenn diese Formel stimmt und eben 1l Heizöl soviel ist wie 2 kg Pellets müsste der absolute Wert ungefähr gleich bleiben, wenn der Verbrauch sich halbiert und genau das ist passiert. Mit 4500 kg Pellets werden ca. 25.000 kWh erzeugt und diese wurden 1,5 Jahren seit der Installation der neuen Anlagen verbraucht.

Kleinvieh macht auch Mist – Viele kleine Einsparungen führen zu einer Großen

Ich habe nachgefragt wie es zu dieser Einsparung kommt, wenn die Solaranlage „nur“ etwa 4000-5000 kWh von den vorher 48.000 kWh abdeckt und habe folgende Infos bekommen.

  • Vor dem Umbau hatte die Heizung keinerlei Regelung und es gab nicht mal eine Nachtabsenkung.
  • Der hydraulische Abgleich, der bei jeder neuen Heizung durchgeführt wird, schafft alleine 10% Einsparungen
  • Die neue Pelletsheizung hat einen viel besseren Wirkungsgrad, der ebenfalls bis zu 10% Einsparung schafft
  • Die Witterungsgeführte Regelung schafft noch einmal bis zu 10% Einsparungen
  • Durch die hocheffiziente Solarthermieanlage, die im Sommer nicht anspringt, gibt es viel weniger Stillstandsverluste und sie macht die übrigen 18% Einsparung

Und so wären wir nach dieser einfachen Rechnung bereits bei den angesprochenen 48%. Folgende Punkte, die jetzt nicht mit einer konkreten Zahl hinterlegt sind, wurden mir auch noch genannt.

  • Neue Pumpen reduzieren den Energieverbrauch zusätzlich
  • Alte Heizungen laufen meiste extrem schlecht, weil sie überdimensioniert und vor allem falsch eingestellt sind.

Eine neue Sonnenheizung mit dem richtigen Partner spart enorm viel

Dieses Fazit ist zwar wenig überraschend und man hört es immer wieder, aber hier ist es schwarz auf weiß bewiesen. Es werden bei einer gut dimensionierten Anlage mit Hocheffizienzkollektoren eben nicht nur die solaren Erträge der Anlage eingespart, sondern allein durch die Stillstandsverluste und Systemoptimierungen wird aus vielen Kleinigkeiten ganz schön viel in Summe.

Nix wie Heizung erneuern und am besten mit der Sonne am rechten Fleck!

Bild: Yarik-Mishin_Sonne, sxc.hu

Grafik: (c) Scotland