Manchmal kommt man auf merkwürdige Weise zu einem bestimmten Blogpost-Thema. Das heutige ist in einer Diskussion zwischen mir, Conny und dem Mann aufgekeimt, der uns Blogger auf Ritters Seite blogtechnisch bestens betreut. Wir drei haben uns neulich mal zum Thema Ertrag ausgetauscht und als die Frage aufkam, wie man seinen nutzbaren Ertrag erhöhen könnte, kamen zunächst Tipps wie:

  • mehr duschen,
  • mehr waschen
  • und mehr heizen.

Und es wurde noch besser:

  • mehr Kinder in die Welt setzen, die dann entsprechend mehr Brauchwasser und mehr Heizwasser verbrauchen.

Mit diesem zuletzt genannten Tipp ist man bei mir ja an der goldrichtigen Adresse: Mit vier Kindern habe ich diesbezüglich genug getan, um den nutzbaren Ertrag einer Anlage, die auf unserem Mietshaus übrigens nicht installiert ist, zu steigern.

Aber mal im Ernst: Lässt sich der nutzbare Ertrag einer Solarthermie-Anlage überhaupt steigern?

Wenn man bedenkt, wovon der nutzbare Ertrag abhängt, gibt es sicher so manches Rädchen, das sich vielleicht von suboptimal zu optimal hin drehen ließe, um so einen förderlichen Einfluss auf die nutzbare Ertragsmenge zu nehmen. Doch zuallererst mal müssen wir festlegen, was der nutzbare Ertrag denn eigentlich ist. Ich hatte kürzlich ja hier etwas dazu geschrieben. Gehe ich demnach von der Definition für den Solarertrag aus – die da lautet:

Als Solarertrag bezeichnet man die von einer Solarthermie-Anlage fabrizierte Wärmeenergie, die man auch tatsächlich nutzen kann.

 

Betrachtet man jetzt die wichtigsten Einflussfaktoren auf den Solarertrag (zum Beispiel Standort, Dachneigung  und Ausrichtung der Solarthermie-Anlage) sowie anlagenspezifische Eigenschaften wie Größe der Bruttokollektorfläche und Kollektormodell mit systemimmanentem Wirkungsgrad und Art und Größe des Pufferspeichers hat man im Grunde die Stellschrauben schon zusammen, an denen man etwas in Sachen höherer Ertrag drehen könnte.

Ich übersetze das mal in eine entsprechende Maßnahmeliste:

  • optimalen Standort wählen
  • optimale Dachneigung nutzen, notfalls mit Hilfe einer Aufständerung
  • optimale Ausrichtung der Anlage realisieren
  • optimalen Kollektor einsetzen
  • optimale Größe des Kollektorfeldes wählen
  • optimalen Pufferspeicher / Kombispeicher in optimaler Größe wählen.
  • Regelung so einstellen, dass die Öl- oder Gasheizung nicht den Pufferspeicher füllt, bevor die Sonne aufgeht.

Das sind Sachen, die man als künftiger Anlagenbetreiber ganz gut händeln kann, oder?

Um mehr nutzbaren Ertrag zu erzielen, sollte man sich bezüglich der Solarthermie-Anlage auf jeden Fall für optimal auf einander abgestimmte Komponenten entscheiden. Denn was nützt einem beispielsweise ein Überschuss an Sonnenwärme, den ein leistungsfähiges Kollektorfeld einsammelt, der jedoch über ungedämmte Leitungen teilweise massiv verloren geht und möglicherweise nicht mal optimal gespeichert werden kann, weil der Speicher alt und leistungsschwach ist. Oder schlichtweg zu klein dimensioniert gewählt wurde? Auch andersrum macht das Szenario keinen Sinn: Ein moderner Pufferspeicher bleibt bei minderwertigen und deshalb leistungsschwachen Kollektoren sicher unter seinem Leistungsniveau. Und damit auch der Ertrag.

Für Möchte-gern-Solarthermie-Verbraucher bedeutet das: Die Komponenten der Anlage sollten auf einer Technologiehöhe sein, um miteinander und voneinander bestmöglich zu profitieren. Ein Hochleistungskollektor braucht einen ebenso fähigen Kombispeicher und bestmöglich isolierte Wärmeleitungen.

Die Lebensjahre, die die Anlage nach und nach auf dem Buckel, sprich den Kollektoren & Co. hat, wirken sich früher oder später (eine heute installierte Anlage läuft bestenfalls zwei, drei Jahrzehnte problemlos) möglicherweise auch auf die Ertragsmenge, die sie liefert, aus. Um die Anlage möglichst lange und einwandfrei am Laufen zu halten, kommt man um eine regelmäßige Wartung und unter schmutzigen Umständen auch eine Reinigung der Kollektoren nicht herum. Dabei sollte man auch stets im Auge behalten, dass die ursprünglich bestenfalls optimalen Standortbedingungen möglichst optimal bleiben. Nur ein Beispiel: Bäume wachsen mit den Jahren und können plötzlich ihren ertragsmindernden Schatten auf die Kollektoren werfen. Neubauten in der Nachbarschaft ebenso.

Der anfangs erwähnte Tipp, mehr Wärme verbrauchende Geräte in die Rechnung einzubeziehen, ist gar nicht mal übel: Wer Warmwasserverbraucher wie Spül- und/oder Waschmaschine anschließt, greift schließlich entsprechenden Ertrag ab. Immerhin ist ein Heizungssystem mit Solarkreislauf eine Sache von stetigem Geben und Nehmen.

Bleibt noch die Sache mit dem Nachwuchs. Ich könnte dazu jede Menge schreiben. Denn Wärme ist eine Sache, die das Thema Nachwuchs zeugen, Nachwuchs bekommen, Nachwuchs großziehen und so weiter und so fort ständig kreuzt. Doch das näher auszuführen ist nicht Thema des heutigen Beitrags. Deshalb nur soviel: Kümmert Euch selbst darum!

Foto: owik2 / photocase.de