Wir Mädels vom Blog hier versuchen mit unseren Artikeln Euch Leser in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu versorgen. Das klappt auch ganz gut, zumal wir recht verteilt in Deutschland und Österreich leben und arbeiten. Noch ist keine solarthermisch angehauchte Bloggerin aus der Schweiz zu uns gestoßen, aber das kann sich ja schon mit diesem Artikel ändern. Willkommen wäre sie. Doch zu diesem Text: Er rückt das Augenmerk auf die Potentiale für die Solarthermie, die die Schweiz hat. Ihm sollen weitere folgen, die sich mit unserem Nachbarland als „typisch Sonnenland“ befassen. Schweizer Input ist gefragt!

Die Solarthermie der Schweiz auf Ecoquent-Positions

Im Zuge unserer Serie über die jeweils größten solarthermischen Fernwärmeanlagen in Deutschland und europäischen Ländern haben wir ja bereits über die Schweiz berichtet. Den Artikel der Top 5 findet Ihr hier. Auch auf Solarhotels in der Schweiz haben wir Euch aufmerksam gemacht. Außerdem haben wir eine Linkliste zur Förderung von Solarthermie in der Schweiz geliefert. Und über schweizerische Schritte, Solarthermie als Prozesswärme einzusetzen, gab’s von uns auch schon einen Bericht.

Kurz, es gibt schon solarthermischen Lesestoff zur Schweiz bei uns, aber wir finden, noch lange nicht genug. Das wollen wir ändern. Zum einen, indem wir aktuelle Infos nachlegen. Zum anderen würden wir gerne mit Aktivisten in Sachen Solarthermie in der Schweiz in einen Austausch treten. Vielleicht liest das hier ja einer, der dort aktiv ist und / oder einer, der einen kennt, der dort aktiv ist … Na, Ihr wisst schon. Weitersagen!

Allgemeine Zahlen & Fakten zur Schweizer Solarthermie-Branche

Bei Swissolar (Was haben die Schweizer für ein Glück, dass sie diesen Verbandsnamen tragen können! Germansolar oder Austriasolar könnten da klanglich nicht mithalten!), dem Schweizerischen Fachverband für Sonnenenergie, findet man grundlegende Fakten zur Solarthermie in der Schweiz. Einige stellen wir Euch gleich vor. Eine aktuelle Liste aller Mitglieder des Verbands vom April 2014 findet Ihr hier.

Das aktuelle Faktenblatt „Wärme von der Sonne“, dessen geschätzte und im Markt erhobene Fakten laut Swissolar aus dem Jahr 2012 stammen (jüngere Daten sind „nur“ geschätzt), beschreibt zunächst Allgemeines:

  • Demnach sind in der Schweiz 140.000 Solarwärmeanlagen in Betrieb.
  • Auf 1.000 Megawatt schätzt der verband deren Gesamtleistung Ende 2013 ein.
  • Für Ende 2013 rechnet Swissolar mit einer jährlichen Energieproduktion von 570 Gigawattstunden.
  • Die jährliche Ersparnis an Energiekosten werden demnach auf 60 Millionen Schweizer Franken geschätzt, bezogen auf die gesamte Schweiz und das Jahr 2013.
  • Das entspreche einer Einsparung an CO₂ von 185.000 Tonnen.
  • Die gesamten Kosten für einen Quadratmeter Solarthermie-Anlage liegen zwischen 1.500 und 3.000 Schweizer Franken – inklusive Speicher oder Boiler.
  • Die Solarthermie-Branche der Schweiz machte in 2013 schätzungsweise 260 Millionen Schweizer Franken.
  • 1.300 Vollzeitarbeitsplätze gebe es im Bereich Solarwärme 2013.

Zudem wird über Solarwärmeanlagen für Einfamilienhaus und Mehrfamilienhaus informiert. Folgende Fakten gibt’s dazu:

Solarthermie-Anlage Einfamilienhaus

  • Die durchschnittliche Kollektorfläche beträgt 4 bis 6 Quadratmeter.
  • Der Anteil an Sonnenenergie, der genutzt wird, um Warmwasser aufzubereiten, liegt zwischen 70 bis 85 Prozent.
  • Die Lebensdauer einer Solarthermie-Anlage wird mit 25 Jahren beziffert.
  • Der in diesem Zeitraum eingesparte Ausstoß an CO₂ betrage demnach 15 Tonnen.

Solarthermie-Anlage Mehrfamilienhaus

  • Die Kollektorfläche, mittels derer eine Person sich 50 Prozent ihres Warmwassers bereite, beträgt einen Quadratmeter.
  • Pro Quadratmeter liefert die Solarthermie-Anlage etwa 450 Kilowattstunden – bezogen aufs Jahr.
  • Die Gestehungskosten beziffert man auf 15 bis 25 Rappen pro Kilowattstunde.

Solarthermisches Potential der Schweiz

Laut einer Potentialabschätzung zum solarthermischen Beitrag zur Wärmeversorgung im schweizerischen Wohngebäudepark könne der solarthermische Anteil zur Deckelung des Wärmebedarfs im gesamten Wohngebäudepark zwischen 30 und 61 Prozent betragen. Der niedere Wert geht von herkömmlichen solarthermischen Systemen im 8-Liter-Gebäude aus, der höhere berücksichtige künftige Entwicklungen in Sachen solarthermische Technologie, beispielsweise bessere Speicherleistungen, im 3-Liter-Gebäude.

Laut der Potentialabschätzung hätten“ fünf von sechs“ Schweizer Wohngebäuden solarthermisches Potential, das sich nutzen lasse. Das sind demnach „mehr als eine halbe Million Wohngebäude – darunter 395.000 Ein- und 85.000 Mehrfamilienhäuser“, die einen „solaren Deckungsgrad von mindestens 50 Prozent“ erzielen. „Werden sowohl die Energieeffizienz erhöht und ein progressives Solar(speicher)system verwendet, so weisen 45 Prozent aller Wohngebäude (das heißt 750.000 Wohngebäude mit über 520.000 Ein- und 140.000 Mehrfamilienhäusern) ein Potenzial für eine 100prozentig solare Wärmeenergieversorgung auf“. Ausführlicher könnt Ihr das hier nachlesen.

Diese Fakten zur Schweizer Solarthermie belegen deren Potential. Dem auch wir hier auf dem Blog Platz bieten wollen. Also, liebe Schweizer Solarthermiker, meldet Euch bei uns und berichtet uns über Projekte oder Entwicklungen, Trends oder Probleme in Eurem Land! Gerne könnt Ihr direkt hier unter dem Artikel das Kommentarfeld dazu nutzen oder uns per Mail anschreiben. Wir freuen uns auf solarthermische Geschichten aus der Schweiz – demnächst hier auf dem Blog!

Foto: Carol I / photocase.de